Johannes Randolf, Physiotherapeut und Professor für zeitgenössischen Tanz

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Crawling
03/05/2017

Der neue Fitnesstrend: Krabbeln wie ein Baby

Beim Krabbeln wie ein Baby geht es darum, die verlorene Beweglichkeit wiederherzustellen.

von Josef Ertl

Johannes Randolf (49) unterrichtet zeitgenössischen Tanz an der Linzer Bruckneruniversität. Sein zweiter Job ist Physiotherapeut. Und just zu dem Zeitpunkt, als der neue Crawling-Trend von den USA nach Europa überschwappt, erscheint sein Buch Krabble! Training für Körper und Gehirn mit den natürlichen Bewegungen der Babys im Verlag edition a.

"Das Lustige ist, dass ich von dem Crawling-Trend nichts gewusst habe. Als ich davon gehört habe, hatte ich das Buch schon geschrieben", erzählt er dem KURIER. "Beim Krabbeln wie ein Baby geht es darum, die verlorene Beweglichkeit wiederherzustellen, und um die Integration neurologischer Reflexe. Ich habe zwei Gründe für mein Buch. Im zeitgenössischen Tanz gibt es eine Richtung, die sich flowwork nennt und wo man ganz viel am Boden macht. Das ist mein Schwerpunkt im Tanz. Ich wollte das für jedermann nachvollziehbar machen."

Dazu komme seine Erfahrung als Physiotherapeut. "Ich habe die Übungen, die man als Therapeut dem Patienten mitgibt, immer als fad empfunden. Denn der Spaß-Faktor war sehr gering. Daraus habe ich eine Kombination gemacht. Ich habe das vom Tanz vereinfacht und so umgestaltet, dass es trainingsmäßig einen Sinn macht. Der Schwerpunkt waren ursprünglich Übungen gegen Rückenbeschwerden, wir haben sie aber ausgeweitet."

Das Interessante sei, dass damit die Muskeldiagonalen des Körpers trainiert würden. Durch sie werden der Ober- und Unterkörper verbunden. "Das Problem im Alltag bei uns ist, dass wir den Oberkörper nicht mehr benötigen und nur mehr die Beine für den Transport brauchen. Die Muskeldiagonalen von rechts unten nach links oben und von links unten nach rechts oben kreuzen sich genau in der Lendenwirbelsäule. Sie funktionieren aber nur, wenn man den Oberkörper genauso benutzt wie die Beine. Das tun wir aber nicht. An dieser Sollbruchstelle bekommen viele Bandscheibenbeschwerden."

Ab nun jeden Sonntag

Johannes Randolf wird künftig jeden Sonntag im KURIER eine Crawling-Übung präsentieren, die jede/r zu Hause leicht machen kann.