Chronik | Oberösterreich
21.01.2018

"Das Wundermittel gibt es nicht"

Experten geben Tipps, wie man durch Bewegung und bewusste Ernährung sinnvoll Gewicht reduziert.

Die Themen Fitness und gesundes Körpergewicht sind ein Dauerbrenner in der Gesellschaft. Aber gerade nach großen Festen wie Weihnachten steht bei vielen Menschen das Vorhaben an, Gewicht abzunehmen. Methoden gibt es viele.

Für die Linzer Ärztin für Allgemein- und Ernährungsmedizin, Martina Edinger, ist es wichtig, dass es eine Umstellung ist, die nachhaltig im Alltag lebbar ist. Sie teilt ihre Erfahrungswerte und Tipps im Gespräch mit dem KURIER.

Mehr Bewegung zu Fuß

Laut Edinger wäre es für den Anfang schon gut, sich im Alltag bewusster und mehr zu bewegen. Man könne sich einen Schrittzähler zulegen, Treppen steigen statt den Aufzug zu nehmen, sich allgemein mehr zu Fuß bewegen, spazieren gehen oder walken. "Wer nicht der Typ fürs Fitnessstudio ist, kann sich auch Übungen zeigen lassen, die man zu Hause in den Alltag integrieren kann." Wichtig sei immer eine professionelle Begleitung und zur Steigerung der Übungen eine Unterstützung.

Ernährung als Säule

Ohne Sport bewege sich auch im Bereich des Gewichts wenig. Edinger rät deshalb zur 50-50 Balance: 50 Prozent Bewegung und bei der anderen Hälfte setzt sie auf eine sinnvolle Ernährungsumstellung: "Ich halte nichts von kurzzeitigen Diäten oder Hungerkuren. Denn danach tritt häufig der Jojo-Effekt auf und man nimmt wieder zu."

Für einen sportlichen Anfang empfiehlt Figurexperte Oliver Aschauer schonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren statt Laufen. "Sie sind anstrengend und trotzdem schmerzfrei." Er leitet das Figurstudio Actus in Linz und in Klosterneuburg. Um die konkreten Problemzonen zu bearbeiten solle man wissen, woher das Problem kommt. "Da ist durchaus Selbstkritik gefragt. Ich muss die Ursache finden und analysieren. Erst dann kann ich einen sinnvollen Plan erstellen."

Erste Schritte sind laut Edinger, sich festzulegen wie viel Gewicht abgebaut werden soll und es dann unter Begleitung anzugehen. "Eine ärztliche Grunduntersuchung zu Beginn ist hier angezeigt", sagt sie. Sich ein Ziel zu setzen und es dann in Etappen einzuteilen, sieht auch Aschauer als Basis für den Erfolg. Man müsse sich natürlich auch auf einen Zeitraum festlegen, in dem man sein Ziel und die einzelnen Etappen erreichen möchte.

"Wenn es um Gewichtsreduktion geht, ist es wichtig, mir anzuschauen, wie viele Kalorien ich jeden Tag brauche", sagt der Experte aus eigener Erfahrung dem KURIER. Wenn man Gewicht verlieren will, brauche man eine negative Energiebilanz. Er empfiehlt ebenso wie die Ernährungsmedizinerin, sich von Experten Tipps für eine individuelle Ernährung zu holen, die gegebenenfalls auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Intoleranzen abgestimmt ist. "Es braucht viel Bewusstsein für seinen eigenen Körper", meint Aschauer. "Bewegung und Ausdauertraining als Basis sind wichtig. Entweder ich erstelle mir selbst einen Trainingsplan, oder ich lasse mich dafür beraten. Wenn ich mich an einen Trainer wende, kann der darauf achten, dass ich die Bewegungen richtig mache. Dadurch sinkt die Verletzungsgefahr."

Die beiden Experten sind sich einig darin, dass es kein Wundermittel gibt, das für jeden passen würde. Aschauer meint, "sonst bräuchten wir nicht so viele Konzepte wie sie durch Ernährungsberater, Fitness- oder Figurenstudios angeboten werden." Dran bleiben erleichtere vieles. "Durch Routine muss ich mich meist weniger überwinden. Und mit einem Trainingspartner macht es mehr Spaß und man kann sich gegenseitig antreiben."