Chronik | Oberösterreich
16.07.2017

Cirque 4.0 oder wie trickst man die Schwerkraft aus

Cirque Éloize gastiert mit "Cirkopolis" im Linzer Musiktheater.

Der Zirkus ist in der Stadt. Das Sommergastspiel des kanadischen Cirque Éloize steigt nicht in der Manege am Urfahraner Jahrmarktsgelände. Die internationale Truppe aus Montreal hat sich mit "Cirkopolis" bis 30. Juli im Linzer Musiktheater eingemietet. Bei der Premiere am Donnerstag erntete die zehnköpfige Artisten- und Künstlertruppe Standing Ovations.

Unterstützt durch modernste Video- und Musiktechnik wird der Besucher ins utopisch düstere Großstadtgetriebe von Cirkopolis entführt. Inmitten riesiger Industriehallen, hoch über Wolkenkratzern und vor überdimensionalen Zahnradgetrieben, die eindeutig aus Fritz Langs Stummfilmklassiker "Metropolis" entlehnt sind, spielt sich Fantastisches ab.

Klassische Zirkuselemente wie Seil, Kletterstange, Reifen oder Trapez werden auch vom Cirque Éloize gerne genutzt. Doch das Wie verschlägt einem den Atmen. Eingebettet in eine konsequent choreografisch durchdachte Persiflage über Bürowahnsinn und Bürokratie ist Artistik in Lichtgeschwindigkeit angesagt. Die Tänze am Seil oder auf der Stange mutieren von einer Sekunde auf die andere zu todesverächtlichen Sätzen in die Tiefe, die mit Präzision wenige Zentimeter vor dem Aufschlag stoppen. Atemberaubend die Bodenakrobatik mit Reifen und Rädern, die der Schwerkraft trotzen. Schaukel und Trampolin nützt die Künstlertruppe zu halsbrecherischen Flugnummern, gespickt mit Salti und schwindelerregenden Überschlägen.

Nicht unerwähnt dürften die spektakulären Jonglagen mit den Kegeln oder dem Diabolo bleiben. Absolut sehenswert!