Besuch bei JBC: Botschafter Eichtinger, Enzenhofer (UAR), Th. Stelzer und Wirtschaftsdelegierter Kesber

© honorarfrei/Ernst Grilnberger

Birmingham
10/10/2016

"Britische Jobs für britische Arbeiter"

OÖ schließt Kooperationsabkommen mit zwei britischen Spitzentechnologie-Zentren ab.

von Josef Ertl

Als die oberösterreichische Delegation Mittwochfrüh beim Frühstück im Ramada-Hotel im britischen Coventry saß, wurde sie gleich von den politischen Realität der Insel eingeholt. "British jobs für british worker", titelte die Tageszeitung "i" , die im Hotel auflag. Sie zitierte die britische Innenministerin Amber Rudd, die am Vortag auf dem Parteitag der konservativen Tories gesprochen hatte, der im benachbarten Birmingham über die Bühne ging. Die Innenministerin will die Zahl der beschäftigten Migranten reduzieren und bei den Jobs die Briten bevorzugen.

Das ist die neue Linie der konservativen Regierung unter der Führung von Premierministerin Theresa May, mit der sie auf den negativen Ausgang der EU-Abstimmung vor drei Monaten reagiert. Die Tories übernehmen in weiten Teilen Forderungen der EU-Austrittspartei UKIP. Die Zuwanderung war ein Hauptmotiv für das negative Votum. Der Gesundheitsminister kündigte auf dem Parteitag an, die Ärzte mit migrantischem Hintergrund durch britische Ärzte ersetzen zu wollen. Das wird nicht einfach werden, denn Erstere machen immerhin 25 Prozent der britischen Ärzteschaft aus. Die Regierung verabschiedet sich von der EU, in der viele Briten eine wirtschaftlich immer schwacher werdende und dahinsiechende Gemeinschaft sehen, die darauf mit immer neuen Regeln und Gesetzen reagiert. Großbritannien versteht sich als Macht, die global agiert und mit den wachsenden Märkten in der gesamten Welt zusammenarbeitet. In diesem Streben will es die industrielle und technologische Kompetenz zurückgewinnen, die es früher einmal gehabt hat.

1980 wurde mit viel Regierungsgeld die Warwick Manufacturing Group von dem gebürtigen Inder Kumar Bhattacharyya gegründet, der inzwischen zum Lord geadelt worden ist. Ursprüngliches Ziel war es, den technologischen Vorsprung der Deutschen und der Japaner aufzuholen. Heute sieht sich das Institut als das weltgrößte Produktionsinstitut, das in allen Forschungsbereichen an der Spitze ist. Es arbeitet mit verschiedenen Universitäten und Unternehmen zusammen. 180 Millionen Pfund werden umgesetzt, 95 Prozent verdient das Institut heute selbst. Nur mehr fünf Prozent der Einnahmen kommen von der Regierung. Aktuell werden beispielsweise selbstfahrende Autos getestet. Ein weiteres Spitzeninstitut ist das Manufacturing Technology Centre (MTC) in Coventry, das 2010 in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise aus der Zusammenarbeit von drei Universitäten und von großen Unternehmen entstand. Vor allem Rolls-Royce nutzt die Forschungsergebnisse zur Verbesserung ihrer Flugzeug-und Gasturbinen.

Landeshauptmannstellvertreter Thomas Stelzer hat als politisch für die Upper Austrian Research (UAR) Verantwortlicher sowohl mit dem MTC als auch auch der Warwick Manufacturing Group Kooperationsabkommen geschlossen. "Wenn wir mit Oberösterreich an die Spitze wollen, müssen wir die Internationalität vorantreiben. Und nur mit internationalen Partnern können wir auf europäischer Ebene Geld abholen. Hier haben wir Luft nach oben. Weiters wollen wir die Forschungsergebnisse in konkrete Produkte umsetzen. Hier können uns die Briten Beispiel sein."

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