„Brauchen Technik- & Med-Uni"

„Ein vollkommener Unsinn“, sagt Landeshauptmann Josef Pühringer zum Verlangen der Industrie, es müsse eine Technik-Uni statt einer Medizin-Uni geben.

Man darf die Medizin-Universität nicht gegen eine Technik-Universität ausspielen“, betont Pühringer im Gespräch mit dem KURIER zur  Forderung der oberösterreichischen Industriellenvereinigung, das Land setze mit der Förderung einer Medizin-Universität die falschen Prioritäten.  „Wir brauchen beides.“ Aufgrund der Größe und  Bedeutung des Wirtschaftsraumes sei beides auch berechtigt.

 

Die technisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Linzer Kepler-Universität werde sukzessive ausgebaut, auch mit Unterstützung des Landes. Das Problem bestehe vielmehr darin, wie genügend Studenten für technische Studien  begeistert werden könnten. „Wie können wir die Hürden abbauen, die heute gegenüber den Naturwissenschaften bestehen?“, fragt Pühringer. Diese Maßnahmen müssten bereits in der Mittelschulzeit beginnen. Das Land habe mit einem speziellen HTL-Programm schon Vorleistungen erbracht. „Wir haben keinen Mangel an technischen Studienmöglichkeiten, sondern wir benötigen die entsprechenden Hörerzahlen.“

 

Bei der von Stadt und Land geforderten Medizin-Uni gehe es darum, einem sich abzeichnenden Ärztemangel entgegenzuwirken. Dadurch, dass man Medizin derzeit nur in Wien, Graz und Innsbruck studieren könne, „verlieren wir  viele Oberösterreicher, die nach dem Studium nicht mehr zurückkommen“. 

 

Pühringer nennt vier  Ursachen für den Ärztemangel: 1. Genereller Geburtenrückgang. 2. Einschränkungen der Studienmöglichkeiten in Österreich. 3.  Das immer länger dauernde Medizinstudium schrecke viele ab. 4. Keine eigene Medizin-Universität in Oberösterreich. Es gebe in Linz bereits 50 habilitierte Ärzte, die sofort unterrichten könnten. Darüber hinaus verfüge Oberösterreich  über die modernsten Spitäler, die zum Unterricht  genützt werden könnten. 

( Kurier ) Erstellt am 17.12.2011