Chronik | Oberösterreich
30.07.2017

Borretsch ist gut gegen die Melancholie

Die blauen Blüten des Borretsch sind ein idealer Stimmungs- Aufheller.

Borretsch bringt immer Freude, das wussten schon die alten Römer, die dieses Kraut, schätzten. Zurzeit strahlt er uns wieder mit seinen leuchtendblauen Blüten entgegen. Borretsch wird auch Gurkenkraut oder Gurkenkönig genannt, da er nicht nur ein beliebtes Gewürz für eingelegte Gurken ist, sondern auch sein Geschmack dem der Gurken ähnlich ist. Weitere volkstümliche Namen sind Königskraut, Augenzier, Bienenfutter, Blaustern oder Gartenkraut.

Die alte Heilpflanze liebt feuchten Boden und viel Sonne, ist ansonsten aber ziemlich anspruchslos. Ihre kleinen sternförmigen blauen Blüten öffnen sich von Mai bis Oktober. Zierlich wie sie sind bilden sie einen wunderbaren Kontrast zu den fleischigen, haarigen Blättern. Borretsch wird als Küchenkraut verwendet und angebaut. Wenn man die Blüten in Essig einlegt, erhält dieser nicht nur einen guten Geschmack, sondern auch eine interessante blaue Färbung. Im Salat wirken die blauen Blüten mit ihrem typischen Geschmack sehr farbenfroh. Die frischen jungen Blätter des Borretschs sind ein ideales Salatgewürz, eignen sich aber auch zur Würze von eingelegtem Gemüse, Suppen, Soßen, Topfen und Frischkäse. In der Küche soll Borretsch immer frisch verwendet werden, denn das getrocknete Kraut verliert seine Würzkraft.

Der Borretsch hilft traditionell bei Herzschwäche, trockenem Husten, Verdauungsbeschwerden und nervösen Herzbeschwerden. Er wird gerne für die Melancholie bei Depressionen, Nervenschwäche und Niedergeschlagenheit eingesetzt und schenkt uns so sein sonniges Gemüt. Ich kann ihn in Zeiten der Traurigkeit und Niedergeschlagenheit sehr empfehlen, da schenkt uns Borretsch seine wahre Heilkraft. Er wirkt beruhigend, entgiftend, entzündungshemmend und schleimlösend. Wahlweise kann man Borretsch frisch, als Tee oder als Tinktur verwenden. In Form von Umschlägen, Bädern und Waschungen können der Borretsch-Tee oder die verdünnte Tinktur äußerlich angewendet werden. Ekzeme und Ausschläge werden so gelindert. Auch bei schlecht heilenden Wunden ist Borretsch sehr zu empfehlen. Er ist ein wertvoller Kieselsäureträger, was besonders für lungenkranke Menschen genutzt werden kann oder allen, denen diese fehlt.

Tipp: Selbstgemachte Tinktur mit dem frischen Kraut und Blüten des Borretschs in Bio-Kornschnaps ansetzen, mindestens drei Wochen ziehen lassen, abfüllen und in dunkle Gläser füllen. Als Stimmungsaufheller, zum Stärken der Nerven, wenn Freude fehlt und in dunklen Zeit nutzen.

Monika Kronsteiner ist Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen