Chronik | Oberösterreich
04.03.2018

Blockabfertigung an der Stadtgrenze

Bürgermeister Klaus Luger kann sich Ampelregelungen ander Stadteinfahrten vorstellen, um Luftqualität zu verbessern.

Die Luftqualität in Linz wurde in den letzten Jahrzehnten spürbar verbessert. Trotzdem wurde der Grenzwert für den Jahresmittelwert von Stickstoffdioxid im Bereich des Linzer Römerbergtunnels im Jahr 2017 mit 46 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft signifikant überschritten. Tatsächlich lag der Wert laut VCÖ um sechs Mikrogramm über dem EU-Grenzwert und um elf Mikrogramm über dem österreichischen Grenzwert.

Bürgermeister Klaus Luger (SP) sieht zwar für Linz den Ausbau des öffentlichen Verkehrs als "Lösung der Probleme, aber wenn es notwendig ist, wären kurzfristigere Maßnahmen denkbar". Er könne sich eine Verkehrsregelung durch ein Ampelsystem an den Linzer Stadteinfahrten vorstellen. "Das wäre ähnlich wie eine Blockabfertigung", sagt Luger gegenüber dem KURIER. Das sei bereits im Herbst 2018 möglich, liege aber im Kompetenzbereich des Landes. "Außerdem gibt es Normwerte, wie oft und an wie vielen Tagen die Grenzwerte überschritten werden, bevor solche Maßnahmen gesetzt werden", meint Luger. Er sei strikter Gegner einer Citymaut oder eines Fahrverbots für Fahrzeuge mit älteren Dieselmotoren, analog zu den neuen Möglichkeiten in Deutschen Städten. Diese Maßnahmen seien sozial bedenklich, würden den Wirtschaftsstandort gefährden und den Handel schädigen. Ähnlich sieht das Nationalrat Michael Hammer (VP). Der Altenberger ist Sprecher der Mühlviertler Pendlerallianz und meint im Gespräch mit dem KURIER, ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge sei eine massive Belastung für Pendler. "Es würde Klein- und Mittelverdiener treffen, die sich keine Aufwertung oder Neuanschaffung leisten können." Bei der derzeitigen Situation der öffentlichen Verkehrsmittel seien Pendler in Oberösterreich auf ein eigenes Auto angewiesen. Adolf Paul Seifried, Obmann des Landesgremiums des Fahrzeughandels Oberösterreich in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, bezeichnet ein mögliches Dieselfahrverbot für Linz gegenüber dem KURIER als "Wahnwitz" und fragt nach der Umsetzbarkeit.

Moderne Technik

Laut Seifried wurde 2017 beim Verkauf von Dieselfabrikaten ein Rückgang um sieben Prozent verzeichnet und dafür ein bemerkenswerter Anstieg bei Hybridtechnologien. "Wir haben derzeit vier Prozent Wertverlust bei Dieselfahrzeugen." Seifried führt das auf die Marktlage zurück. "Immer mehr Menschen überlegen, ob Diesel das Richtige ist für ihren Gebrauch", meint er.

Christoph Schröder, Geschäftsführer vom BMW Group Werk in Steyr, meint auf Anfrage des KURIER: "Wir bekennen uns zum Dieselmotor und entwickeln diesen permanent weiter." Kein Verbrennungsverfahren sei vergleichbar effizient. "Aktuell bringen wir technische Verbesserungen unserer Dieselmotoren in Serie." Eine neue Generation sei für 2020/2021 angedacht, eine weitere Absenkung bei Stickoxiden weiterhin möglich.