Chronik | Oberösterreich
01.10.2017

Bereit, fähig, aber nicht willens: Warum unsere Vorhaben scheitern

Viele reden, aber nur die wenigsten Menschen sind wirklich willens, etwas zu verändern.

Alois Zangerle ist ein Mann der Tat. 42 Jahre war er in der voestalpine beschäftigt, davon 18 Jahre im Einkauf. Zuletzt war er Leiter der Abteilung Machinery, Construction, Engineering. Nun ist der 65-Jährige in Pension. Der akademische Exportkaufmann ist zum Unternehmensberater mit dem Spezialgebiet Verkauf avanciert und gibt nun sein Wissen und seine Erfahrung als selbstständiger Coach weiter. Ein Jahr lang er sich darauf vorbereitet, seine Kenntnisse niedergeschrieben. Zangerle ist ein genauer Mensch. Er empiehlt vorbereitet in jedes wichtigere Gespräch zu gehen. Das lebt er auch selbst. "Als es zur Trennung von meiner Ex-Frau gekommen ist, war ich natürlich auch vorbereitet", erzählt er, "ich habe mir eine Liste gemacht, was spricht dafür, was spricht dagegen. Und das habe mit ihr auch so besprochen. Als ich mich nun selbstständig gemacht habe, habe ich mir das ebenfalls genau überlegt, auch warum ich das mache." Ein weiterer Ratschlag lautet, nie mit einer völlig fertigen Idee zu kommen. Lediglich mit einer Dreiviertelidee. "Damit gibt man dem Gegenüber die Chance, dass er die Idee mitgestaltet. Dann kann man die Idee rüberbringen."

Auch Paul Watzlawick hat er studiert. Dessen erstes Axiom lautet, dass der Mensch immer kommuniziert. zangerle: "Man kann nicht Nichtkommunzieren. Auch das Nichtausgesprochene ist Kommunikaiton. Die Gestik, die Mimik. Das bedeutet, dass man das Gegenüberbeachtet, die Augen, wie er sich bewegt, etc."

Neben der Gesprächsführung und der Kommunikation ist Changemanagement der dritte Schwerpunkt seines Coaching-Angebots. "Das Wichtigste ist nicht Meinen, nicht Denken, nicht Glauben, sondern einfach Tun." Wesentlich sind die Begiffe bereit, fähig und willens. Zangerle: "Es ist jeder bereit sich zu verändern. Jeder ist auch fähig dazu. Aber die wenigsten Menschen sind willig, etwas zu verändern. Sie reden nur darüber, aber sie tun es nicht. Die Wenigsten sind sich dessen bewußt, dass sie die Gestalter ihres Lebens sind und nicht der Zufall. Viele haben Ausreden wie ich mache das in der Pension, ich mache es, wenn ich mehr Geld habe, etc. Dieses Wenn-dann ist falsch. Es geht um das Jetzt und nur um das Jetzt. Wir leben in der Gegenwart und können es jetzt ändern. Die Vergangenheit ist vorbei, man braucht darüber nicht mehr zu sudern. Es hat überhaupt keinen Sinn zu jammern, das bringt nichts. Nicht die anderen sind schuld, es liegt an jedem selbst.""