Laut AMS waren per Stichtag 30. Juni österreichweit 308 ehemalige dayli-Beschäftigte arbeitslos, 544 waren in einer Stiftung oder besuchten eine Schulung.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Arbeitsmarkt
12/02/2013

Arbeitslosigkeit in OÖ steigt auf fünf Prozent, Entspannung ist erst 2015 in Sicht

Die Arbeitslosigkeit und die Beschäftigung erreichen neue Rekordwerte.

von Josef Ertl, Daniel Scheiblberger

Den bundesweit kräftigsten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen gab es im November in Oberösterreich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte hier die Anzahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen um satte 17,4 Prozent nach oben. „Der Zuwachs der Arbeitslosigkeit setzt sich kontinuierlich fort“, stellt AMS-Landesgeschäftsführerin Birgit Gerstorfer fest.
Trotz allem hält Oberösterreich mit einer Arbeitslosenrate von fünf Prozent den Spitzenplatz unter allen Bundesländern. Die bisher angekündigten 690 Kündigungen bei der Lenzing AG stehen dem Land ob der Enns aber noch bevor.
Bedenklich seien die Arbeitslosenzahlen vor allem im Handel. In diesem Bereich meldeten sich im Vergleich zu November 2012 um ein Fünftel mehr arbeitslos. Das ist nicht zuletzt auch auf Großpleiten wie die der Drogeriekette dayli zurückzuführen. Aber auch allgemein brumme der Handel nicht, wie er soll, heißt es aus dem AMS. Besonders eklatant ist der Anstieg auch bei den älteren Arbeitnehmern. So gab es im November im Vergleich zum Vorjahr ein Drittel mehr arbeitslose Menschen über 50 Jahre.


Rekord-Beschäftigung

Gleichzeitig mit der Steigerung der Arbeitslosenzahlen stieg auch die Anzahl der Beschäftigung erneut auf den nunmehrigen Rekordwert von 625.000 Menschen. Wie erklärt man sich dieses Phänomen? „Zum einen sind es mehr ältere Personen und mehr Frauen, die sich am heimischen Arbeitsmarkt befinden, und zwar sowohl als Beschäftige als auch als Arbeitssuchende“, erläutert AMS OÖ-Vizechef Gerhard Straßer. Hinzu kämen mehr Migranten, vielfach aus Gründen der Familienzusammenführung. Aber auch die Ostöffnung sorgte für Zuzug von Arbeitnehmern aus Ländern wie Rumänien oder Bulgarien. Nicht zuletzt seien laut Straßer auch viele Menschen aus EU-Mitgliedsländern wie Deutschland auf dem oö. Arbeitsmarkt gelandet. Daher stiegen sowohl die Arbeitslosigkeit als auch die Beschäftigung.
„Ich fürchte, die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen“, meint Wirtschaftslandesrat Michael Strugl. „Mit einer Entspannung rechne ich frühestens 2015.“ 2014 werde ein zähes Jahr, obwohl die Wirtschaftsforscher ein Wachstum von 1,8 Prozent prognostizierten. Damit die Arbeitslosigkeit sinke, brauche es aber ein Wachstum von 2,2 bis 2,8 Prozent.


Begrenzter Radius

Für das Gesamtjahr 2013 rechnet Strugl mit einer Durchschnittsarbeitslosigkeit von 5,1 Prozent. 2012 betrug sie 4,5 %. Der Landesrat meint, dass das nächstjährige Gesamtbudget von 190 Millionen Euro für den Arbeitsmarkt reichen müsste. Er sei sich aber der Begrenztheit der Wirkung durchaus bewusst. Der Aktionsradius sei begrenzt. „Wir können uns von der Gesamtentwicklung nicht abkoppeln. Die Globalisierung und die wirtschaftliche Großwetterlage sind ganz entscheidend.“
Von heute, Dienstag, bis Donnerstag beschäftigt sich der Landtag mit dem Budget für 2014. Die Investitionsquote beträgt 18,7 Prozent.

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