Chronik | Oberösterreich
17.12.2017

Anschober: Ausbildung statt Abschiebung

Integration – Petition bereits von mehr als 10.000 Unterstützern unterzeichnet.

Von den schwierigen äußeren Umständen kaum berührt arbeitet der Grüne Landesrat Rudolf Anschober ungebrochen an der Integration der Flüchtlinge. "Es ist für uns machbar, auch wenn es uns weh tut", sagt er zur Abwahl der Grünen aus dem Parlament. "Es ist für uns wichtig, dass es keinen Konkurs gibt." Denn viele Lieferanten und Kleinunternehmer wären davon betroffen. Die Bundespartei hinterlässt einen Schuldenberg von fünf Millionen Euro, den die Landesparteien abtragen dürfen. Wieviel Oberösterreich übernehmen wird, will Anschober nicht sagen, denn es sei Vertraulichkeit vereinbart. Die Freiheitlichen wollen sich das genau anschauen, da sie vermuten, dass dafür Landesgelder, die für die Landes-Grünen bestimmt sind, verwendet werden könnten. Das sei aber nicht erlaubt.

Anschober, dessen Ressort die Sparbemühungen der schwarz-blauen Koalition relativ unbeschadet überstanden hat, ortet "Unverständnis und Wut über die Zunahme von Negativbescheiden für Asylwerbende, die bereits eine Lehre in Mangelberufen absolvieren und damit nicht nur selbstständig leben, sondern auch unserer Wirtschaft eine neue Pespektive geben". Er hat die Petition "Ausbildung statt Aschiebung" initiiert, die bereits von mehr als 10.000 Menschen unterzeichnet worden sei. Walter Aichinger, ÖVP-Landtagsabgeordneter und Präsident der Roten Kreuzes, unterstütze die Petition ebenso wie Schauspieler Josef Hader und Organisationen wie die Caritas, die Diakonie, die Volkshilfe etc. Auch Einzelunternehmer wie Eva-Maria Pürmayer vom Hotel Bergergut in Oberafiesl begrüßen die Aktion. Sie beschäftigt den Lehrling Samir Khairi . "Samir hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem unserer besten Lehrlinge in der Küche entwickelt. Er ist geschickt, talentiert und herausragend engagiert. Er spricht mittlerweile gut Deutsch und ist in unser 40-köpfiges, fast auschließlich österreichisches Team bestens integriert. Wir haben die ersten Monate, so wie bei Lehrlingen üblich, viel Zeit und auch Kosten in seine Ausbildung investiert. Er ist ein bestes Veispiel für Integration." Anschober führt weitere positive Beispiele ins Treffen. So den Dachdeckerlehrling Shaffiqulla Shinwari von der Firma Hochstöger aus Pabneukirchen. Oder Eltaf aus Pakistan, der bei Spar Franz Mairhuber in Neumarkt/H. beschäftigt ist. Oder den Iraner Peyman A., der bei Zauner in Kleinzell angestellt ist.

Der freiheitliche Klubobmann Herwig Mahr lehnt die Aktion ab. "Immer wieder wird versucht, Integration mit Asyl zu vermischen. Eine Aufweichung des Asylsy stems nach Vorstellung der Grünen ist der endgültige Todesstoß für die Schutz- und Steuerungsfunktion unseres Fremdenrechts."