Chronik | Oberösterreich
13.01.2012

Anhörung in „Koks-Affäre“ vertagt

Der Freund der in Bogotá einsitzenden Innviertlerin durfte Donnerstag nicht aussagen. Er hätte sie entlasten können.

Robert H.s Sorgen werden derzeit einfach nicht weniger. Am Donnerstag erreichte ihn ein Telefonanruf aus Kolumbien, wo seine 23-jährige Tochter seit November in einem Frauengefängnis in Bogotá einsitzt. Der Innviertler Werbefachman bekam mitgeteilt, dass die geplante Anhörung von Nathalies Freund, Luis Fernando T., überraschend um ein paar Tage verschoben werden musste. „Eine Hiobsbotschaft“, betont H., der von der Unschuld seiner Tochter felsenfest überzeugt ist und sie möglichst rasch wieder in Freiheit sehen möchte.

Entlastet

Wie berichtet, hatte T. die Innviertlerin bereits in einer ersten informellen Einvernahme vom Vorwurf des versuchten Kokainschmuggels entlastet und die Schuld auf sich genommen. Die Hoffnung war daher groß, dass er seine Aussage am Donnerstag offiziell auch vor der Staatsanwaltschaft wiederholt. Das hätte Nathalies Chance auf eine baldige Einstellung ihres Verfahrens jedenfalls deutlich erhöht. „Leider weiß ich nicht, warum die Anhörung nicht stattfinden konnte, ich kenne auch den Ersatztermin noch nicht“, beteuert H. im KURIER-Gespräch. Seine Ex-Frau, die gemeinsam mit seiner zweiten Tochter in den vergangenen Tagen in Bogotá zu Besuch war, habe er noch nicht sprechen können. „Das wird erst am Samstag möglich sein.“

Der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, geht davon aus, dass T. vermutlich nicht vor Anfang nächster Woche seine Aussagen machen werde. Er beruhigt: „Derartige Verschiebungen passieren immer wieder, die Gründe dafür können ganz banal sein – etwa wenn ein Beteiligter plötzlich erkrankt.“

Der Fall Nathalie H. befinde sich zurzeit in einem sehr sensiblen Stadium. Drogenhandel gelte in Kolumbien keinesfalls als Kavaliersdelikt. „Das Thema ist wichtiger, als bei uns das Sparpaket.“ Mit aller Härte werde versucht, gegen dieses Problem anzukämpfen – Politik, Justiz und Grenzschutz seien Tag und Nacht damit beschäftigt. „Für Beschuldigte ist es nicht leicht zu beweisen, dass sie von nichts wussten – für Nathalie H. scheint daher wesentlich, dass jemand die Schuld auf sich nimmt.“