Chronik | Oberösterreich
06.08.2017

Anders zu sein macht einsam, aber auch stark

"Die Schöne und das Biest" - Ein spektakuläres Familienmusical im Musiktheater Linz.

Man kann Märchen mögen oder nicht. Genauso ist es mit Musicals. Besonders, wenn sie aus der Schnulzen-Werkstatt Disney stammen. Doch das Märchen "Die Schöne und das Biest" in der aktuellen Inszenierung des Budapester Operetten- und Musicaltheaters in Linz zu genießen, kann kein Fehler sein. Staunen mit Augen, Ohren und Gemüt ist angesagt. Das Premierenpublikum im Musiktheater (www.landestheater-linz.at) belohnte am Donnerstag das vielköpfige Ensemble des opulenten deutschsprachigen Musicals mit Standing Ovations.

Mit zwei Oscars und fünf Grammys wurde der 1991 produzierte Disney-Zeichentrickfilm "Die Schöne und das Biest" zum Riesenerfolg. Das folgende Broadway-Musical mit der Musik von Alan Menken (Der kleine Horrorladen, Sister Act...) war nicht minder erfolgreich.

Gut und Böse

Der Einstieg in die Geschichte über den zum Monster verzauberten Prinzen, dessen Verderbnis die schöne, belesene Belle retten kann, gelingt rasch. Der brutale Aufschneider Gaston möchte Belle brechen und sein Eigen nennen. Er ist es gewöhnt, alles zu bekommen. Das Gerüst für eine dramatische Geschichte, die auf einem französischen Märchen basiert, ist klar. Und die Signale an Herz und Seele des Publikums werden mit üppigen Szenen ausgesendet. Gut und Böse finden sich in spektakulären Bühnenbildern wieder. Die Choreografie hat Revue-Charakter, ist abwechslungsreich und stimmig.

Das Hightech-Musiktheater verstärkt die Inszenierung auf allen Ebenen. Musik und Gesang sind toll und lassen Hollywood-Flair aufkommen. Licht-Effekte und Videoprojektionen liefern abenteuerliche Märchenwelten. Schaurig schön die Finsternis des Waldes mit gierigen Wölfen, die Belles Vater, den verschrobenen Erfinder Maurice, in den Kerker des Biests treiben. Noch gehört das Ungeheuer zu den Bösen. Doch sein mit ihm verzaubertes Gesinde erwärmt mit Charme und Witz. Die singende Teekanne Pottine, die menschliche Wanduhr Herr von Unruhe oder der Kerzenleuchter Lumière werden in opulenten Szenen von tanzenden Löffeln, Messern, Gabeln oder überdimensionalen Tellern und Gläsern unterstützt.

Liebe rettet den Vater

Die Bösartigkeit des Biests begründet sich in seiner Einsamkeit und Verzweiflung. "Anders zu sein macht einsam", sagt Belle. Sie stemmt sich gegen die Hatz der anderen auf das Biest. Ihre Liebe rettet den Vater, den Prinz und das Happy End.

Empfehlenswert! Zu sehen bis 20. August.