Chronik | Oberösterreich
04.02.2018

AKH-Sparverein: Betrugsopfer warten immer noch auf ihr Geld

Die Geschädigten können ihren Anspruch auf 169.365 Euro nicht umsetzen.

Seit Jahren versuchen die Mitglieder des Sparvereins AKH an jenes Geld zu kommen, das ihnen die ehemalige Kassierin Leopoldine B. durch Betrug vorenthalten hat. Der Familie Payreder fehlen 50.000 Euro, Gelinde Platzl 35.000, Martha Unger 30.000 Euro. Bei allen anderen beläuft sich der Schaden zwischen 500 und 10.000 Euro.Obwohl schon beinahe fünf Jahre seit dem Betrugsprozeß vergangenen sind, warten die rund 130 Mitglieder noch immer auf ihr Geld. "Die Tragik daran ist, dass Leopoldine B. ihr Leben so ausgerichtet hat, dass sie nicht in die Situation kommt, dass sie das Geld zurückzahlen muss", sagt Branko Novakovic, Betriebsratsobmann im Universitätsklinikum und heutiger Obmann des Sparvereins. "Sie scheint darauf Bedacht zu sein, dass sie unter dem exekutierbaren Titel bleibt." Novakovic spielt darauf an, dass die ehemalige Beamtin bis heute ihre Alterspension nicht beantragt hat, sondern von ihrer Witwenpension lebt.

2015 gab es einen Pfändungsversuch, der aber daran scheiterte, dass Leopoldine B. "unbekannt verzogen ist und ein neuer Vollzugsort nicht erhoben werden konnte". Laut Auskunft des Gattten, der 2016 verstorben ist, lebt sie bei Peter B. in Linz. B. war damals Obmann des Sparvereins und führender Gewerkschafter. Er ist 2015 zu 54.600 Euro verurteilt worden, die er auch beglichen hat.

Der Sparverein wird weitergeführt. "Wir haben Geld in der Kassa gelassen, damit wir exekutieren können", so Novakovic. Der Verein hat einen Exekutionstitel von 169.365,98 Euro gegenüber Leopoldine B. Für Novakovic ist auch die milde Strafe tragisch, "weil die Leute ihr Erspartes verloren haben". Leopoldine P. kam mit einer Fußfessel davon.

Die Geschädigten haben inzwischen versucht, eine Spendenaktion durchzuführen, um den Schaden zu begrenzen. Mit mäßigem Erfolg. Novakovic: "Es sind nur ein paar tausend Euro zusammengekommen." Das war für die Menschen, deren Einkommen nie hoch war, eine neuerliche Enttäuschung. Gerlinde Payreder, deren Familie 50.000 Euro verloren hat, hat Klaus Luger in seiner Funktion als Linzer SPÖ-Vorsitzender aufgesucht und den Parteiausschluß von Peter B. verlangt. "Luger hat das abgelehnt, worauf ich und weitere fünf aus der SPÖ ausgetreten sind."