Airport Budweis sucht neue "Flugroute"

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Nach dem Förderstopp der EU soll das Ausbauprojekt abspecken. Die Such nach einem Investor geht weiter.

Der südböhmische Flughafenbetreiber "LKCS" startet eine Rettungsaktion, um seinen Airport  in Budweis – 60 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt – vor dem Absturz zu bewahren. Seit die EU, wie berichtet, den Förderhahn zugedreht hat, sucht der Flughafenvorstand Auswege, um den ins Stocken geratenen Ausbau auf neuen Kurs zu bringen.  Das im Jahr 2007 gestartete Modernisierungsprojekt soll abspecken, die Investitionen weit weniger ausmachen als  die  ursprünglich veranschlagten 40 Millionen Euro.

Trotz der Hiobsbotschaft aus Brüssel bleibt das angepeilte Ziel gleich – als internationaler Airport ins europäische Flugnetz aufgenommen zu werden. "Spätestens ab 2015 werden Maschinen á la Boeing 737 oder Airbus A320 bei uns abheben und landen", klingt Flughafen-Direktor Ladislav Ondrich zuversichtlich. Wegen der kurzen Distanz nach Budweis ist der tschechische Airport auch  für Bürger und Betriebe in OÖ und NÖ eine interessante Alternative. Bis dahin hat der Vorstand  aber noch etliche Probleme zu lösen. Immerhin  stoppte die EU den Geldfluss von 15 Millionen Euro, weil sie keinen Bedarf  für einen weiteren Flughafen mehr sieht.

In Rücksprache mit dem Projektplaner und der tschechischen Zivilflugbehörde soll der Ausbau den finanziellen Mitteln entsprechend kleiner ausfallen.  "Eine Analyse wird in Auftrag gegeben, um zu sehen, welche baulichen Schritte sofort erledigt werden müssen und welche zweitrangig sind", erklärt der südböhmische Kreishauptmann und Aufsichtsratsvorsitzende Jiri Zimola. Bis April soll das Ergebnis vorliegen. In der Zwischenzeit wird weiter nach Investoren gesucht. Angepeilt ist die jährliche Abfertigung von 600.000 Passagieren, was am benachbarten Airport Linz-Hörsching äußerst kritisch beurteilt wird. "Ich wage zu bezweifeln, dass die Zahl von 600.000 realistisch zu erreichen ist. Mit dem geplanten Ausbau schwächt man nur unseren Flughafen – wir haben das gleiche Einzugsgebiet", warnt der Linzer Airport-Chef Gerhard Kunesch.

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Erstellt am 30.01.2012