Chronik | Oberösterreich
05.12.2011

80-Jährige steckte mit Kopf auf Toilette fest

Margaretha E. lag nach einem Sturz drei Tage hilflos am Boden. Eine Nachbarin hörte die Schreie und schlug Alarm.

Wäre Margaretha E. noch ein bis zwei Tage länger nicht entdeckt worden, hätte der Zwischenfall für sie tödlich enden können. Die 80-Jährige soll insgesamt drei Tage unter widrigsten Bedingungen auf der Toilette ihrer Wohnung gefangen gewesen sein: Sie war nach einem Schwächeanfall gestürzt, und ihr Kopf steckte in einem rund 25 Zentimeter breiten Spalt zwischen Kloschüssel und Badezimmerwand. Die allein lebende alte Dame hat es allein der Aufmerksamkeit einer Nachbarin zu verdanken, dass der Unfall glimpflich endete.

Hilfeschreie

Hertha Schönleitner war am Sonntagvormittag in den Keller ihres Mehrparteienhauses gegangen, um Wäsche zu waschen. Als sie über die Stufen zurück ins Parterre stieg, hörte sie plötzlich eine Stimme. "Jemand hat zwei Mal hintereinander gerufen: Hilfe, helfts mir", erzählt die Tischlerin. Doch Schönleitner wusste zunächst nicht, woher die Laute kamen.

Erst als sie in Richtung des ersten Stocks ging, erkannte sie die Stimme der betagten Nachbarin. "Ich hab' geläutet und geklopft - daraufhin hat sie geschrien: Hertha, hilf mir, ich lieg da und kann nichts tun", erzählt die Lebensretterin. Die Wohnungstür war unversperrt, Schönleitner fand E. rücklings am Badezimmerboden liegen und realisierte den Ernst der Lage: "Ich bin sofort in meine Wohnung zurück und hab' den Notdienst angerufen, vor lauter Aufregung ist mir nicht einmal die Vorwahl eingefallen."