Chronik | Oberösterreich
19.12.2011

29-Jähriger schüttelte seinen Sohn spitalsreif

Schwerer Verdacht gegen einen Familienvater: Er soll sein zwei Monate altes Kind schwer verletzt haben.

Ein schwerer Fall von Kindesmisshandlung ist am Sonntagabend in Traun publik geworden. Ein erst zwei Monate alter Säugling soll vom eigenen Vater krankenhausreif geschüttelt  worden sein. Der Vorfall ereignete sich bereits Ende November in der Wohnung der Mutter, als diese nicht zu Hause war.


Der 29-jährige Arbeitslose hätte in der Zeit auf den Sohn aufpassen sollen. Dabei dürfte er die Nerven verloren haben.  Angeblich, weil das in einer Wippe liegende Kind nicht mehr zu weinen aufgehört habe. Der Vater soll die Baby-Wippe mehrmals derart fest geschüttelt haben, dass es den Kleinen komplett aushob und er unkontrolliert mit dem Kopf bzw. dem ganzen Körper fest auf den Wippenboden prallte. Der Säugling erlitt schwere Verletzungen.
Die Mutter brachte den Buben in die Landeskinderklinik Linz, wo er zweieinhalb Wochen stationär behandelt wurde. Im Spital erstattete man Anzeige. Gegen den Vater wird wegen Quälens und Vernachlässigens eines Minderjährigen ermittelt.


Bei der Jugendwohlfahrt war man am Montag damit beschäftigt, die Hintergründe zu klären. Die Familie dürfte bisher nicht auffällig gewesen sein.
Primar Klaus Schmitt, ärztlicher Leiter der Landeskinderklinik, will zum aktuellen Fall aus datenschutzrechtlichen Gründen  nichts sagen: „Wir behandeln pro Jahr etwa zwei Kinder, die an einem Schütteltrauma leiden.  Es hängt von der Schwere der Verletzungen ab, ob die Schäden im Gehirn dauerhaft bleiben.“