Chronik | Oberösterreich
04.06.2017

264 Weltmeistertitel

Mattighofener wollen in fünf Jahren auch bei Straßenrennen Weltspitze sein.

Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger und KTM-Chef Stefan Pierer sind ähnliche Typen. Sie sind Antreiber. "Wir geben uns mit dem Bestehenden nie zufrieden. Stillstand ist Rückschritt. Das verbindet uns." Mit diesen Worten begrüßte Gasselsberger Pierer und die KTM-Crew Dienstagabend im Linzer Donauforum. Rund 1500 Fans des Motorsports füllten den Veranstaltungssaal der Bank.

Und Pierer setzte gleich ein Mehrfaches drauf. "Wir sind in über 25 Jahren zu einer Weltmacht im Motorsport geworden. Die gesamte Technologie und Entwicklung ist alles hier gewachsen. Darauf sind wir stolz. Der Rennsport treibt uns. Wir wollen uns mit Spitzenleistung messen und geben uns mit dem Erreichen des Durchschnitts nicht zufrieden."

KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer benannte den Erfolg: "Wir haben bisher 264 Weltmeistertitel nach Hause, nach Mattighofen gebracht. Wir haben technisch überall die Benchmark erreicht. Deshalb sind wir auch in die MotoGP, in die Formel 1 des Motorradrennsports, eingestiegen. Wir haben uns da bisher nicht blamiert, jetzt steht harte Aufbauarbeit an."

"Die Erfolge im Motocross waren unglaublich", setzte Mike Leitner, Chef des Moto- GP-Teams fort. "Es wird nicht einfach, es wird eine Zeit lang dauern", bat er um Verständnis. "In fünf Jahren sind wir Spitze." Beirer ist überzeugt, dass "wir in drei Jahren unter den ersten drei sein werden. Wir werden diese Ziele erreichen."

Pierer investiert rund fünf Prozent des Umsatzes – das sind 60 Millionen Euro – in den Rennsport, rund zwei Prozent – 25 Millionen – kommen durch Sponsoren wieder zurück. 300 Mitarbeiter sind im Rennbereich tätig. "Ohne die spezielle Partnerschaft mit Red Bull wäre ich nicht so früh in die MotoGP eingestiegen." Die Rennerfolge seien wichtig, um den Verkauf anzukurbeln. Seit KTM in der MotoGP mitfahre, mache sich das im Verkauf der Straßenmaschinen bemerkbar. "Der Rennsport ist für uns der eigentliche Innovationstreiber. Die Reputation ist enorm wichtig."

Matthias Wallner ist KTM-Werksfahrer. Der 30-Jährige aus Kuchl bei Salzburg, der heuer bei der Rallye Dakar Zweiter geworden ist, schilderte eindrucksvoll die Strapazen dieses Rennens, das nun in Südamerika gefahren wird. "Die längste Tagesetappe war 1100 km. Der Tagesschnitt beträgt 135 km/h. Vier Millionen Zuschauer stehen live an der Strecke. Wir fahren dort, wo es kein Internet mehr gibt. Das ist die größte Veranstaltung der Welt."

Pierer ist mit der Verlegung der Rallye von Afrika nach Lateinamerika zufrieden. "Das ist für uns ein großer Hoffnungsmarkt." Ganz wesentlich für die Rennerfolge sei der Spirit des gesamten Teams.

Die KTM-Präsentation verlief sehr professionell. Immer wieder wurde die Diskussion durch aktuelle Rennvideos aufgelockert. Sie wurde moderiert von Walter Zipser (Servus-TV). Unter den Gästen: der Welser Paradeunternehmer Horst Felbermayr sen.