Zwist im Naherholungs­pa­ra­dies

Loosdorf - Wegen gefällter Bäume gibt es Vorwürfe gegen einen 48-Jährigen. Er schlägt zurück. „Das wahre Problem sind die Altlasten.“

Das Naturschutzgebiet der Gemeinden Loosdorf und Schollach im Bezirk Melk könnte genauso gut einem Kanada-Katalog entsprungen sein. Viel Grün, dazwischen schlängelt sich die Pielach, friedlich traben die Konik-Pferde herum. Für Wanderer ist das Areal das perfekte Ausflugsgebiet.
Mit der Schönheit des Gebietes kann Manfred Nestelberger derzeit nicht viel anfangen. Er muss sich mit einem Verfahren herumschlagen, das ihm im schlimmsten Fall Regressforderungen der Gemeinde Loosdorf einbringen könnte. Nestelberger hat sechs Bäume gefällt und wurde dafür von Naturschützern und der Bezirkshauptmannschaft ins Visier genommen.

Bauschutt

„Ich verstehe nicht warum“, sagt der 48-Jährige im Gespräch mit dem KURIER. „Schließlich habe ich für diese Fläche ein Benutzungsrecht. Und zwar bis 2014.“

Was Nestelberger aber am meisten ärgert. Es gebe in dem Park „kontaminierte Bereiche“, die keinen kümmern würden. „Aber wegen ein paar gefällter Bäume gibt es eine Riesenaufregung“. Bei einem Lokalaugenschein am Dienstag zeigte sich, was der 48-Jährige meint. Im Uferbereich sind Reste eines Kabels und jede Menge Bauschutt zu sehen. Durch das Wasser dürfte der Unrat ins Freie gespült worden sein. „Das ist nur die Spitze des Eisberges“, behauptet er.

 

 

Sachverhalt

Auf KURIER-Anfrage zeigt sich Bürgermeister Josef Jahrmann erstaunt. „Also in meiner Zeit als Bürgermeister wurde hier sicher nichts entsorgt.
Auch von aktuellen Fällen weiß ich nichts“, betont der SPÖ-Politiker. Nachsatz: „Gibt es tatsächlich kontaminierte Bereiche, werden wir uns das natürlich anschauen.“
Seitens der Bezirkshauptmannschaft Melk gibt man sich zurückhaltend. Am 21. März gebe es eine Besprechung mit allen Beteiligten, bei der der Sachverhalt geklärt werden soll. Dabei wird es laut BH-Chef Norbert Haselsteiner auch um die Ablagerungen gehen, „um eventuelle weitere notwendige Maßnahmen veranlassen zu können“.

(KURIER / Johannes Weichhart) Erstellt am
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