Erwin Pröll sprach sich mit Minister Dan Tok ab.

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NÖ Direkt
01/15/2016

Zweiter Frühling für die Franz-Josefs-Bahn

Die Aufwertung der Waldviertler Schienenstrecke geht weiter: Jetzt ist sie als Flughafen-Anbindung im Gespräch.

von Matthias Hofer

In wichtigen Entscheidungen hat Erwin Pröll noch nie auf die Unterstützung des Bundes gewartet. In Sachen Verkehr ist das nicht anders. Am Freitag paktierte der Landeshauptmann wesentliche Ausbauschritte direkt mit dem tschechischen Verkehrsminister. Die Eckpunkte: Die Verlängerung der Nordautobahn auf tschechischer Seite solle wesentlich schneller fertig sein. Und die Tschechen wollen auch Niederösterreichs Öffi-Bemühungen unterstützen.

Pröll drängte im Gespräch mit dem tschechischen Verkehrsminister Dan Tok auf eine klare Ansage, wann der nördliche Nachbar einen fertigen Anschluss an die Nordautobahn habe. "Uns ist bewusst, dass Tschechien in dieser Frage vor einer großen umweltpolitischen Herausforderung steht", so Pröll im Hinblick auf die Überbauung der Seenplatte in der Region Mikulov. Tok habe ihm dennoch versichert, dass der hochrangige Anschluss der Nordautobahn an die Verbindung Prag-Brünn deutlich schneller fertig sein soll, als im EU-Verkehrsplan vorgesehen – dort ist der Projektabschluss mit 2030 fixiert. Auf österreichischer Seite werde die Nordautobahn im Jahr 2018 bis an die Staatsgrenze führen.

Tok betonte, dass die Umfahrung Mikulov höchste Priorität in der tschechischen Verkehrspolitik genieße. "Österreich und Niederösterreich zählen schließlich zu unseren wichtigsten Wirtschaftspartnern", so Tok. "Umso wichtiger ist für uns eine hochrangige Straßenverbindung."

Niederösterreichs Engagement könnte sich auch im öffentlichen Verkehr bezahlt machen. "Wir wollen mit unserem Ausbau der Franz-Josefs-Bahn die Fahrzeit von Gmünd nach Wien auf unter zwei Stunden senken", sagt Pröll. Daher bestünde auch großes Interesse, die Bahnverbindung auf tschechischer Seite weiterzuführen. "Auch deshalb, weil der Flughafen in Budweis in Zukunft große Bedeutung bekommen wird."

Spange Horn

In NÖ werde im Zuge des Ausbaus auch Horn mittels Schienenspange an die Franz-Josefs-Bahn angebunden. "Das ermöglicht uns einen Zusammenschluss mit der Kamptalbahn", nennt Pröll zukünftige Pläne. Für Minister Tok ist der Schienenausbau "äußerst attraktiv". Er werde eine Studie zur Elektrifizierung der Bahnverbindung Richtung Budweis vorantreiben. Möglicherweise könnte der Ausbau bereits 2018 starten. NÖ würde dann mit Budweis über einen Anschluss zu einem weiteren internationalen Flughafen verfügen.