Zierpflanzen fördern den Feuerbrand

Krankheit: Schwarze Triebe, die sich einrollen, wirken wie angesengt – daher der Name Feuerbrand.
Foto: apa

Pflanzenkrankheit: Das Waldviertel ist heuer am stärksten betroffen.

Das nördliche Waldviertel ist derzeit Niederösterreichs größter Feuerbrand-Herd. Obstbauern fürchten die ansteckende, von Bakterien verursachte Pflanzenkrankheit. Die 91 in diesem Jahr in Niederösterreich gemeldeten Fälle gelten als durchschnittlicher Wert. Die meisten Fälle, nämlich elf, sind im Bezirk Waidhofen/Thaya aufgetreten. Es gibt aber auch einige im Most-, Weinviertel und Südbahngebiet.

"Ein Grund, warum die Krankheit sich hält, sind die Bodendecker, die viele Leute in ihren Gärten pflanzen", sagt Feuerbrand-Beauftragter Johann Hirnschall. "Die Leute sollten sich das Geld für die Pflanzen der Familie Cotoneaster sparen und etwas anderes Schönes pflanzen", appelliert Hirnschall. Denn diese Zwergmispeln seien wahre Brutstätten für den Feuerbrand, weil sie leicht erkranken, aber für Laien kaum erkennbar ist, wenn sie befallen sind.

"Wir haben in elf Fällen Verordnungen erlassen", bestätigt der Waidhofener Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller. Betroffen sind Kultur- und Wildobst, beispielsweise Apfel, Birne Quitte, Zwergmispel, Vogelbeere oder Feuerdorn . Die Bäume sind im Auftrag der Behörde gefällt und verbrannt worden. Es soll sich aber nach Auskunft der Landwirtschaftskammer um einzeln stehende Obstbäume handeln, keine Plantagen.

Kurios ist das Verbreitungsbild des Feuerbrandes: "Wenn ein Baum betroffen ist, kann ein weiterer in mehreren Kilometern Entfernung eher befallen werden, als ein Nachbarbaum, weil Vögel die Bakterien weit verteilen", betont Hirnschall. Das Auftreten der Krankheit ist jedenfalls bei der Behörde zu melden.

(kurier) Erstellt am
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