„Wir sind gut aufgestellt, ich sehe kein Zeichen von Krise“

Krems – Nahtloser Führungswechsel bei der Voest AG geht mit Ende März über die Bühne.

Eine Ära nähert sich ihrem Ende, rund 800 Mitarbeiter bekommen einen neuen Chef: Wolfgang Spreitzer, 60, wird mit 31. März – dem Beginn des neuen Geschäftsjahres – die Leitung des Kremser Voest-Werkes an seinen Kollegen Herbert Eibensteiner übergeben. Der Wechsel sei lange vorbereitet, erklärt Spreitzer. Die Konzern-Unternehmen am Standort Krems seien sehr gut aufgestellt. „Und mit Eibensteiner zieht einer von uns in die Konzernleitung ein, das kann ein Vorteil für den Standort Krems sein“, betont Spreitzer.

„Wir erwarten ein sehr gutes Jahr 2012. Auch wenn alle von Krise reden, ich sehe keine, höchstens eine Delle in der Kurve“, betont Spreitzer . Dieses Bild habe sich aus Kontakten mit Kunden ergeben, die fast gleich viel bestellen, wie bisher. Besonders Nutzfahrzeuge.

Ergebnisse und Auftragslage seien sehr gut. Durch eine in Angriff genommene Effizienzsteigerung wolle man in der nächsten Zeit noch 50 bis 70 Leiharbeitskräfte abbauen, um die Ergebnisse in einzelnen Bereichen weiter zu verbessern.

Eibensteiner, Jahrgang 1963, ist seit 1989 im Konzern, seit 2000 in Krems. Er ist verheiratet, hat vier Kinder und wird in Zukunft wohl deutlich weniger Zeit für Radfahren, Laufen und Golf haben. Auch zum Malen, einem weiteren Hobby, wird er in der nächsten Zeit nicht mehr viel kommen.

Zeit

Spreitzer hingegen, der nach seinem Abgang noch ein Jahr im Aufsichtsrat bleibt und einen Beratervertrag für 20 Prozent der bisherigen Arbeitszeit bekommt, klagt scherzhaft schon, dass ihm die Zeit im Ruhestand knapp werde. Er will sein ohnehin gutes Golfspiel weiter verbessern und hat so viele private Vorhaben, dass er gar nicht weiß, wo er anfangen soll. „Wir haben viele Reisen geplant, die Enkelkinder und meine Frau machen mir viel Freude und halten mich auf Trab“, schmunzelt Spreitzer. Auch privat bleibt die Firmenleitung im Raum Krems: Spreitzer wohnt in Stratzing, Eibensteiner in Droß.

( Kurier ) Erstellt am 11.01.2012