Chronik | Niederösterreich
04.08.2017

Wieder Greifvögel in NÖ vergiftet

Sender führten die Biologen zu drei verendeten Tieren im Bezirk Gänserndorf. Das Landeskriminalamt ermittelt in der Causa.

In Niederösterreich ist es anscheinend zum wiederholten Male zu einem Giftanschlag auf Greifvögel gekommen.

Ein Rotmilan wurde erst am 8. Juni in seinem Geburtsnest bei Breclav in Tschechien mit einem Sender versehen. Donnerstagabend fanden Biologen das Jungtier verendet auf einem Acker in Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf. Auf Grund der Sendedaten hatten bei den Beobachtern die Alarmglocken geschrillt. Laut der übermittelten Daten hatte das Tier zuletzt in Zistersdorf etwas gefressen. Danach flog es noch etwa zwei Kilometer, bis es leblos vom Himmel fiel. "Der Vogel wies die typischen Merkmale einer Vergiftung auf. Er war komplett zusammen gekrampft, ein abscheulicher Todeskampf", erklärt Biologe Rainer Raab. Nur kurze Zeit später wurden nur unweit der Fundstelle zwei weitere verendete Greifvögel, ein Mäuse- und ein Adlerbussard, entdeckt.

Um die genauen Umstände zu klären, werden die Tierkadaver auf der Veterinärmedizinischen Universität untersucht, die Kosten dafür übernimmt der NÖ Landesjagdverband, der an einer lückenlosen Aufklärung interessiert ist. Wie in solchen Fällen üblich ermittelt das nö. Landeskriminalamt. Erst vor wenigen Tagen sind in NÖ und OÖ Giftköder mit dem verbotenen Pestizid Carbofuran gefunden worden.