Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

"Werde meine Füße weiterhin quälen!"

Ein alternder Elvis, ein luftiges Ringelspiel und viele heulende Mädchen – das war "Germany's next Topmodel", Episode sechs.

Schauplatz der jüngsten Ausgabe der Casting-Show war Las Vegas, was die österreichische Kandidatin und Austria's next Topmodel Larissa Marolt gleich zu Begeisterungsstürmen hinreißen lies: "Man glaubt, man ist in einem Spiel. Aber auf jeden Fall ist es ein tolles Spiel", lies diese verlauten.
Residiert wurde im noblen Hotel "Venetian". Dieses diente auch als Kulisse für das Fotoshooting. "Heute wird geheiratet!", klärte Heidi Klum ihre "Mädels" auf. Und zwar nicht irgendwen – sondern Elvis. Hinter der Linse stand Starfotograf Philippe Kerlo, der Wert jedes der einzelnen Brautkleider: 15.000 Euro. So weit die Details.

Als erste zum Altar geführt wurde die als Favoritin gehandelte Marie. Diese machte ihre Sache dann auch "ganz super" und Heidi Klum war begeistert während Larissa ätzte: "Marie ist das typische brave Mädel."

Kein Busserl für Elvis

Schwarz vor Augen wurde Ira, mit ihren 21 Jahren die älteste Kandidatin. Was weniger am flotten Elvis, als mehr an ihrem überaus engen und schweren Kleid lag – in welches sie zu allem Überfluss noch hineingenäht wurde.
"Sie hat kaum Luft bekommen. Aber sie wollte das Shooting durchziehen – sie verbessert sich" – kannte Heidi Klum wieder mal keine Gnade, während Ira jammerte: "Mir geht's scheiße."

Schwierig wurde es, als heiße Küsse mit Elvis verlangt wurden. Da halfen auch Anfeuerungsrufe wie "Du bist 'ne heiße Braut, schnapp dir deinen Elvis!" nichts.
"Es ist nicht leicht, jemanden zu küssen, der älter ist als der eigene Vater", ekelte sich etwa die blonde Stefanie.
Sara zierte sich beim Busserln ebenso, Heidi Klum rollte genervt mit den Augen und betonte: "Ich bin extrem enttäuscht von Sara."

"Sind hier nicht in Oberammergau!"

Auch der nächste Tag in Las Vegas hatte für die Topmodel-Kandidatinnen einiges an Überraschungen auf Lager. Als harmloser Shoppingtrip getarnt ging es in die nächste Mall, wo – Überraschung! – mit Heidi Klum, Peyman Amin und Rolf Scheider die gesamte Jury auf die Mädchen wartete. "Ihr werdet heute ganz alleine eine Modenschau organisieren!", ließ "Rolf-e" die angehenden Models wissen, während sich Peyman freute: "Da werden die Fetzen fliegen."

Es folgte viel Geschnatter, Larissa beschwerte sich: "Alle reden durcheinander, so macht man das doch nicht." Das Kommando übernahm schließlich Ira und nach einer Stunde präsentierten sich die Kandidatinnen auf dem Catwalk. Neben Sarina schnitt Larissa am schlechtesten ab. "Wir sind hier nicht in Oberammergau!", kritisierte Klum, "Man muss auch elegant sein können. Das hier sieht aus wie vom Bauernhof auf den Laufsteg."
"Ich habe mir Fashion-Shows angesehen, da musst du so übertrieben gehen, um zu wirken", verteidigte Larissa ihre Stampferei.

Die Challenge (als Gewinn wartete ein tausend Dollar Einkaufsgutschein) für sich entscheiden konnte die blasse Blondine Mandy. Vielleicht bleibt sie damit endlich in den Köpfen der Zuseher.

Karussel mit Blick in die Tiefe

Weiteres Highlight des Tages: Ein Casting für einen echten Job bei Gil Bret, welchen Marie, Ira und Stefanie für sich verbuchen konnten.
"Marie ist ganz anders als ich, sie ist perfekt", bemerkte Larissa.

Ein "Nahtoderlebnis" musste etwas später Rolf Scheider erfahren. Der Grund: der Besuch des höchstgelegenen Vergnügungsparks der Welt. Während die meisten der Models die Fahrt mit dem "Insanity", einem Karussell mit freiem Blick in die Tiefe, recht gelassen über sich ergehen ließen wimmerte der Deutsch-Wahlfranzose: "Ich will zu meiner Mama!"

"Stöckelschuhe des Grauens"

Die letzten Pluspunkte für die Entscheidung konnten die Mädchen beim Life Walk sammeln – allerdings hatte niemand mit den "Stöckelschuhen des Grauens" gerechnet.
Fröhlich drückte Heidi Klum Sarina, Tamara, Larissa und Co. "14 Zentimeter hohe Hacken" in die Hand und machte den entsetzten Kandidatinnen gleich Mut: "Ich trage immer 14 Zentimeter hohe Schuhe und stehe damit den ganzen Tag. Das ist doch nichts Ungewöhnliches."

Kaum mit anzusehen war dann der Walk von Maria, die "wie ein Storch im Salat" (O-Ton Klum) ging. Ihre Knöchel schienen aus Gummi zu sein, anders lässt sich der wackelige Lauf ohne Folgeschäden nicht erklären.
Auch Larissa erntete gewohnte Kritik: "Weniger gackern, mehr ackern", gab ihr Peyman als Rat mit.
Tamara bekam abermals zu hören: "Wir finden dich unheimlich hübsch, aber auch unheimlich langweilig." "Die können mich am Arsch lecken", meinte Tamara unter Tränen.

"Ich werde nicht integriert"

Während jedes der Mädchen die mehr oder weniger schmeichelhaften Bewertungen über sich ergehen ließen, brach im Hinterzimmer der Zickenkrieg unter den Wartenden aus.
"Ihr fahrt's mich immer so an! Ihr wart schon eine Gruppe, also ich dazugekommen bin, und ich werde nicht integriert. Das ist schwer für mich, aber das checkt keiner", fühlte sich Larissa ungerecht behandelt. Einmal mehr betonte sie daraufhin ihre Stärke: "Ich kann mich aber auch alleine durchkämpfen. Und auch wenn die anderen mich nicht mögen, ich mag sie trotzdem."

Bei der Fotoverteilung gefoppt wurde diesmal Maria. "Ich habe kein Foto für dich", meinte Heidi Klum, "Ich habe Schuhe für dich!" Was ein Weiterkommen der - wie kann es anders sein - bereits tränenüberströmten Kandidatin bedeutete. "Wenn ich weiter komme, werde ich meine Füße quälen!", versprach diese eifrig.

"Fang' ich halt an zu studieren"

Kein Foto bekam übrigens Dana, eine der Blondinen. "Jetzt fang' ich halt an zu studieren", so ihre motivierten Pläne für die Zeit nach "Germany's next Topmodel".
Reserviert wie immer verhielt sich Klum zu Larissa: "Du bist nicht besser als die anderen – aber auch nicht schlechter", hielt ihr das Foto hin und Larissa durfte wieder von dannen stöckeln.

In Kärnten wurde das Nachwuchsmodel laut der Kleinen Zeitung übrigens bereits auf dem Weg in die Schule gesichtet. Wie weit Larissa jedoch wirklich kommt – das wird sich noch zeigen.