Weihnachten im Gefängnis in Kairo

Die Familie des in Ägypten inhaftierten Niederösterreichers will beweisen, dass Hannes F. ein harmloser Security ist.

Hannes F. sitzt in einer dreckigen Zelle mit 100 Mitgefangenen im berüchtigten Tora-Gefängnis von Kairo, Ägypten. Seine leibliche und seine Stieftochter müssen erst begreifen, dass der gefangene 32-Jährige in diesem Jahr zu Weihnachten nicht nach Hause kommt. Der Niederösterreicher, der mit seiner Familie in einem Haus im Nordburgenland lebt, ist wie berichtet, am 2. November am Flughafen Kairo von den ägyptischen Behörden als mutmaßlicher „Terrorverdächtiger“ festgenommen worden. Er und ein deutscher Berufskollege hatten vier russische Weltkriegs-Gewehre im Reisegepäck. Die Waffen waren zum Schutz eines Frachtschiffes auf der Fahrt durch den Suezkanal bestimmt. „Mein M ann hat den Auftrag bekommen. Wegen der Angriffe durch Piraten werden Handelsschiffe nur noch versichert, wenn sie bewaffneten Personenschutz haben“, erklärt seine Frau Lisa F..

U-Haft verlängert

Jetzt kämpft sie zusammen mit dem ägyptischen Anwalt darum, dass der Staatsanwalt in Kairo endlich von seinem Terrorverdacht abrückt. Am Dienstag wurde die U-Haft um weitere 45 Tage verlängert. Hannes F. geht es indes im Gefängnis immer schlechter. „Er darf nur einmal im Monat Besuch empfangen. Ich bin am 6. November zu ihm geflogen und habe ihn seither nicht mehr gesehen“, sagt die Ehefrau. Vom Anwalt weiß sie, dass Hannes krank ist und zehn Kilo verloren hat. Die hygienischen Zustände im Gefängnis sind katastrophal. Dass jetzt ausgerechnet die Modellbau-Leidenschaft ihres Mannes so ausgelegt wird, dass er versucht haben soll, irgendwelche selbst hergestellten Aufklärungsdrohnen im Kampf gegen Piraten einzusetzen, hält Lisa F. für lächerlich: „Diese angebliche Drohne ist ein Modellflieger und steht bei uns im Abstellkammerl.“ Allerdings wirbt F. auf einer Internetseite mit den Flugobjekten. Eine Tatsache, die bei den ägyptischen Behörden nicht unbedingt Vertrauen erweckt. Die Familie hofft, Hannes bald wieder in die Arme schließen zu können.

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( Kurier ) Erstellt am 16.12.2011