Raubüberfall Postpartner-Trafik und Rathaus-Wirtin, Wirt Kurt Nachtmann

© Stefan Straka

Weikendorf
06/12/2013

Wachhund ausgetrickst: Ganoven entkamen

Einbrecher mit Motorradhelmen drückten der Rathauswirtin den Pistolenlauf an den Hals.

von Stefan Straka

Die Kriminalbeamten gingen erst zur Sperrstunde. Solange benötigten die Ermittler, bis sie alle Spuren des Raubüberfalls gesichtet und gesichert hatten. Am Dienstagnachmittag wurde die 27-jährige Rathauswirtin Elena Nachtmann Opfer eines maskierten Räuber-Duos. Die Täter hielten ihr eine Faustfeuerwaffe an den Hals und sperrten die Frau in das Büro. Das Opfer wurde an einen Stuhl gefesselt und stand zwei Stunden Todesängste durch.

Nach dem Mittagsgeschäft werden der Postpartner-Shop und das Gasthaus bis 17 Uhr geschlossen. So war es auch am Dienstag. Rathauswirt Kurt Nachtmann nützte die freie Zeit, um mit seinem Sohn beim Gastro-Großhändler einzukaufen. Derweilen nahm die Kriminalität zu Hause ihren Lauf. Wie die Täter ins (abgesperrte) Haus kamen, ist noch ein Rätsel. „Elena war im ersten Stock. Zirka um 15 Uhr hörte sie Geräusche im Erdgeschoß und ging nachschauen“, sagt Nachtmann. Als die Frau in die Küche kam, standen plötzlich zwei schwarz gekleidete Männer mit Motorradhelmen vor ihr. Einer der Einbrecher hielt ihr die Mündung eines Revolvers ans Genick und drängten sie in den kleinen Büroraum.

Todesängste

Dort wurde sie mit Klebeband wie ein Paket verschnürt. Die Räuber klebten ihr auch das Gesicht zu. „Elena hatte Todesängste“, sagt Nachtmann. Danach bedienten sich die Einbrecher im Post-Shop und räumten seelenruhig die Kassen mit Tausenden Euro leer. Das Opfer war hilflos. „Durch das gekippte Fenster hörte sie zwar, wenn sich draußen am Automaten jemand Zigaretten heraus drückte. Bemerkbar konnte sie sich aber nicht machen“, erzählt der Wirt.

Gegen 17 Uhr hörte ein Passant dann doch das Wimmern der Frau und wurde stutzig. Der Mann hielt einen Autofahrer an. Es war Rudi Zimmermann, ein Jagdkollege des Wirten. „Der Rudi hat mich angerufen und gesagt, dass irgendwas nicht stimmt. Ich habe ihm dann gesagt, dass er ruhig hineingehen kann, weil ihn der Dogo Argentino eh’ kennt.“ Zimmermann ging über den Hofbereich und fand im Büro das gefesselte Opfer. „Ich habe sie sofort befreit“, sagt der Landwirt. Die Täter waren längst über alle Berge. Sie sollen mit slowakischem Akzent gesprochen haben.

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