Wachau: Fortsetzung für „sau-geile Party“

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Organisatoren verhandeln über die Weltcup-Zukunft für Snowboarder am Jauerling. Touristiker freuen sich.

Die Premiere des Snowboard-Weltcups auf dem Wachauer Hausberg hat Spuren im Kunstschnee hinterlassen. Die weltbesten Boarder feierten am Jauerling eine „sau-geile Party vor 5500 Besuchern“, meinte Herbert Köberl vom NÖ Landesskiverband am Montag noch begeistert. Der Ansturm hat auch den umliegenden Wirten zusätzliches Geschäft gebracht. In den nächsten Tagen werden die Verantwortlichen über eine Weltcup-Zukunft auf dem Jauerling verhandeln.

„Die Veranstaltung ist so erfreulich verlaufen, dass wir bereits finanzielle Zusagen für ein weiteres Spektakel in der Wachau haben“, freut sich Christian Galler, Sportchef der ÖSV-Snowboarder. Er ist zuversichtlich, dass auf dem Jauerling spätestens in zwei Jahren wieder ein Weltcuprennen für Boarder ausgetragen wird. „Die Sportler waren rundum begeistert“, sagt Galler. Er wollte ein Rennen erstmals an einem ungewöhnlichen Ort in Niederösterreich veranstalten. Daher sei die Wahl auf den 960 Meter hohen Jauerling gefallen. „Es war zwar ein Risiko, weil das Wetter bis zuletzt nicht ganz mitgespielt hat, aber wir haben gut gepokert“, betont Galler, der sich vorstellen kann, dass der Jauerling im FIS-Kalender ein regelmäßiger Austragungsort wird.

„Vorausgesetzt“, bremst Köberl, „der Liftbetreiber will das auch.“ Immerhin müsse er mindestens eine Woche den Betrieb einstellen, damit die Piste für das Weltcup-Rennen präpariert werden kann. „Der Betreiber muss daher mit finanziellen Einbußen rechnen“, sagt Köberl vom Landesskiverband.

Überwältigt

Michael Reichl, der Geschäftsführer der Liftgesellschaft Jauerling, klingt jedenfalls euphorisch. „Ich habe von Besuchern, Sportlern und Mitarbeitern unzählige, positive Rückmeldungen bekommen, das Medienecho ist überwältigend.“ Über wirtschaftliche Ergebnisse zu reden, sei aus seiner Sicht zu eng gedacht. „Die ganze Region, das ganze Land profitiert davon“, ist Reichl überzeugt. Organisatorin Herta Mikesch vom Landesskiverband streut allen Helfern Rosen: „Ohne sie wäre es nie so gutgegangen.“

Durchwegs positiv ist auch das Echo aus dem Tourismus: „Vor meinem Wirtshaus haben die VIP-Gäste geparkt. Sie kamen vor und nach dem Rennen und haben kräftig konsumiert“, erzählt Gastwirt Franz Siebenhandl aus Zeißling am Jauerling. „Zwei Tage nach dem Rennen waren noch rund 50 neugierige Gäste da, die sich den Hang angesehen haben“, hofft Siebenhandl auf einen zusätzlichen Gästezustrom im Frühjahr. Auch Maria Merkl, Zimmervermieterin und Gastwirtin aus Felbring strahlt: „Wir hatten eine Woche lang 13 Monteure im Haus. Auch tagsüber kamen ein paar zusätzliche Leute zu uns.“

„Zusätzliche Gäste hatten wir nicht, aber die Region wird sich früher oder später darauf einstellen und es wird anlaufen“, ist Karoline Pfeffel vom gleichnamigen Hotel in Dürnstein überzeugt.

Erstellt am 17.01.2012