Verlockende "Windsteuer"

Derzeit sind Windmessungen im Gange, um die optimalen Standorte für die einzelnen Windräder zu ermitteln.
Foto: GEORG GESELLMANN

So wie es aussieht, dürfte in den kommenden Jahren das ganze Marchfeld mit Windkraftanlagen zugestellt werden.

Für Christa Eichinger, der Bürgermeisterin von Prottes, ist die Errichtung eines Windparks eine einfache Rechnung: Werden alle zwölf Drei-Mega-Watt-Anlagen von der EVN aufgestellt, bedeutet das 156.000 Euro Mehreinnahmen pro Jahr für die Gemeinde. Also 13.000 Euro pro Anlage. Indexgesichert.

Grundeigentümer erhalten pro Windkraftanlage, die einen Flächenbedarf zwischen 1500 und 2000 Quadratmeter hat, jährlich mindestens 6500 Euro, wenn die Anlage die Feldbewirtschaftung erschwert, etwas mehr. Aktuelle Verträge werden auf 20 Jahre abgeschlossen. Dann wird neu verhandelt, denn dann muss die Anlage technisch einer Generalinspektion unterzogen werden.

Das war Donnerstagabend in Prottes zu erfahren, wo Mitarbeiter der EVN den Gemeinderat und die Bauernvertretung über den geplanten Windpark informierten. Der Gemeinderat von Prottes hat sich bereits vergangenes Jahr einstimmig für die Errichtung eines Windparks ausgesprochen. Der von der EVN geplante könnte angeblich 107.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Derzeit sind Windmessungen im Gange, um die optimalen Standorte für die einzelnen Windräder zu ermitteln. Noch heuer sollen diese Standorte dann entsprechend umgewidmet werden. Anfang 2012 will man die UVP einreichen und 2013 die Räder aufstellen.
Und so, wie es gerade in Prottes abläuft, läuft es derzeit in etlichen Gemeinden des Marchfelds. Wie berichtet, sind weitere Windparks bei Marchegg und Lassee geplant, auch in Angern denkt man über die Aufstellung einiger Anlagen nach.

Inbetriebnahme

Windstrom liefert seit dieser Woche bereits der neue Windpark der EVN in Markgrafneusiedl. Aufgestellt wurden an der Grenze zur Nachbargemeinde Obersiebenbrunn neun Anlagen mit je einer Leistung von jeweils zwei Megawatt, was Strom für knapp 12.000 Haushalte bedeutet. Laut EVN werden damit jährlich rund 35.000 Tonnen vermieden. Laut EVN Vorstandssprecher Peter Layr will der Energieversorger "in den nächsten Jahren bis zu 800 Millionen Euro in erneuerbare Energien am Heimmarkt" investieren.

Mit dem neuen Windpark bei Markgrafneusiedl ist der Bezirk Gänserndorf bereits die Nummer 1 bei Windkraft in Niederösterreich. Laut Landesrat Stephan Pernkopf sei der Ausbau der erneuerbaren Energie das Gebot der Stunde.

Tag der offenen Tür

Am Samstag, den 15. Oktober, lädt die EVN zwischen 10 und 15 Uhr die Ortsbevölkerung zu einer Besichtigung des neuen Windparks in Markgrafneusiedl ein.

(kurier) Erstellt am
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