© Franz Eder

Chronik Niederösterreich
09/20/2012

UVP lässt ein Drahdiwaberl zu

Keinen Windpark wollten die Bürger von Bockfließ. Jetzt erhielten sie dennoch drei Räder – größer alsursprünglich geplant.

Gestern erfolgte die technische Abnahme eines neuen Windparks bei Auersthal im Bezirk Gänserndorf. Drei der Windräder stehen jedoch auf dem Gemeindegebiet von Bockfließ (Bezirk Mistelbach) und die werden von Josef Summer, dem Bürgermeister von Bockfließ, massiv kritisiert. „Denn“, sagt Summer, „die haben nicht die seinerzeit bei der UVP angegebene Mastenhöhe und auch der Durchmesser der Rotoren ist ein anderer.“

Wir blättern zurück: In Bockfließ wollte seinerzeit die EVN und die Firma Ökoenergie einen Windpark errichten, der bei der Bevölkerung auf derartigen Widerstand stieß, dass sich sogar eine Bürgerliste bildete, die den Einzug in den Gemeinderat schaffte.

Die EVN entschied daraufhin, ihr Projekt gänzlich fallen zu lassen, da man nicht etwas machen wollte, was von ihren Stromkunden kategorisch abgelehnt werde.

Positive Bescheide

Ökoenergie hingegen trat ihre Errichtungs- und Betriebsrechte an den Windkraftbetreiber WEB ab. Und die WEB ignorierte völlig die Proteste der Bockfließer Bevölkerung und errichtete mit dem Hinweis, einen positiven und rechtskräftigen Baubescheid des Landes NÖ in den Händen zu haben, die drei ursprünglich von der Ökoenergie eingereichten Windräder. Nur: Windrad ist nicht gleich Windrad. Die jetzt bereits in Betrieb befindlichen Windräder sind nämlich von einem anderen Hersteller, als jene, die Ökoenergie geplant hatte, aufzustellen.

Das ganze sei aber völlig legal, betont man bei der zuständigen Abteilung im Amt der NÖ Landesregierung. Begründung: Sowohl die EVN, als auch Ökoenergie und auch die WEB hätten seinerzeit ihre Projekte eingereicht und in der Folge auch bewilligt bekommen. Das erlaube praktisch ein „Switchen “der Anlage, also einen Umstieg auf ein anderes Modell.

Täuschung

Summer: „Auch wenn die Windräder völlig legal errichtet wurden, sind sie dennoch größer. Das ist genau so, wie wenn ein Bauwerber drei verschiedene Häuser einreichen würde, zu den Nachbarn geht und sagt, ,ich baue ohnehin das niedrigste und kleinste Haus’ und nach positiver Erledigung seines Ansuchens das größte Haus hinstellt.“ In Zukunft sollte man, rät der Bürgermeister, immer davon ausgehen, dass das Größte aller eingereichten Windräder gebaut wird.

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