Ufo-Crash: Armageddon in Öhling

Helle Aufregung um ein abgestürztes Flugobjekt. Die Faschingstruppe „Urlrat“ narrte die Bevölkerung.

Schwarze Limousinen mit Blaulicht, geheimnisvolle Männer in Schutzanzügen und mitten auf einer gesperrten radioaktiv verseuchten Wiese das Teller-förmige Objekt. Dampf und rotes zuckendes Licht machten das Ding unheimlich.

Die Meldung, dass Freitag Früh in Öhling bei Amstetten, NÖ, das Flugobjekt von Außerirdischen abgestürzt sein dürfte, verbreitete sich in Windeseile. Hunderte beobachteten am Rand der Absturzstelle das schaurig geheimnisvolle Szenario rund um das Ufo. Und das am Tag, an dem laut Maya-Kalender ohnehin die Apokalypse drohte.

Gerüchte, schrille Erzählungen und schroffe „Kein Kommentar“-Meldungen überschlugen sich am Schauplatz. Drei grün und rot leuchtende Scheiben waren noch in der Finsternis gegen 6 Uhr Früh über Amstetten gesichtet worden. Auch Lärm von Düsenjets sei vernommen worden, wurde erzählt. Dann ist es am Siedlungsrand von Öhling nahe dem Url-Fluss zu Detonationen gekommen. Erste Zeugen fanden die blinkende Untertasse aus Stahlblech. Auch von einem toten Individuum war die Rede.

„Die Lage ist noch nicht unter Kontrolle. Was passiert ist, wird untersucht“, musste Josef Dirnberger, Bürgermeister von Oed-Öhling , drei Stunden nach dem Vorfall noch passen. Er wurde telefonisch aus dem Bett gerissen, weil es eine Schießerei am Unglücksort gegeben habe.

Narrenstreich

Doch der Ortschef konnte sich das Zwinkern nicht verkneifen. Längst wissend, dass es sich um einen Gag der Öhlinger Faschingstruppe „Urlrat“ handelte. Wie Beamte auf der nahen Polizeiinspektion in Ulmerfeld, musste Dirnberger verängstigte und neugierige Bürger beruhigen.

Als dann noch der Hubschrauber landete und unter hektischem Sicherheitsgetue die Truhe mit dem totem Etwas zum Abtransport angeschleppt wurde, überschlugen sich die Befürchtungen der Schaulustigen. „Keiner hat etwas gewusst. Viele haben den Ufo-Absturz wirklich geglaubt“, behaupten die Augenzeugen Thomas Wagner und Marina Pachler.

Während auf Facebook und YouTube schon Hunderte Zugriffe verzeichnet wurden, verschwand der Spuk nach knapp fünf Stunden wieder von der Wiese. Diebische Freude herrschte beim „ Urlrat“. Das Ufo wird bei Umzügen am Faschingssonntag und am Faschingsdienstag wieder verwendet.

( Kurier ) Erstellt am 21.12.2012