Überfall auf Post-Partner war fingiert

Die Polizei führte eine Alarmfahndung durch und rückte mit den Top-Ermittlern an. Dabekam das Unternehmer-Paar weiche Knie.

Weil dem jungen Ehepaar die Schulden über den Kopf gewachsen sind und die Post-Partnerstelle nicht so lief, wie es sich die Beiden vorstellten, haben sie im Bezirk Wiener Neustadt einen spektakulären Raubüberfall fingiert. Die Folge war ein mehrere Stunden andauernder Polizeieinsatz samt Alarmfahndung. Sogar die Tatort-Spezialisten und die Raubgruppe des nö. Landeskriminalamtes (LKA) rückten an, bis das Paar mit schlotternden Knien die Wahrheit beichtete.

Notruf

Mittwochabend gegen 18.47 Uhr langte der Notruf der 25-jährigen Frau in der Bezirksleitstelle der Polizei in Sollenau ein. Sie sei von einem maskierten und mit einem Messer bewaffneten Räuber in Winzendorf überfallen worden. Sofort wurde anhand der Alarmpläne eine Großfahndung ausgelöst und alle verfügbaren Polizeistreifen losgeschickt. „Es wurden sogar verdächtige Fahrzeuge angehalten und die Personen kontrolliert“, erklärt Chefinspektor Josef Deutsch von der Raubgruppe des LKA.

Die Alarmfahndung wurde am späten Abend erfolglos beendet. Indes begannen am vermeintlichen Tatort in der Poststelle die Spurensuche und die Einvernahmen. Die Frau schilderte, dass der Täter sie bedrohte und dazu zwang, den Tresor zu öffnen. Nach und nach verstrickte sich das Paar jedoch in Widersprüche, bis die Beiden mit der Wahrheit herausrückten. Sie wussten nicht mehr, wie sie die Rechnungen begleichen sollten, da kam ihnen die Idee vom Überfall. Sie werden wegen Vortäuschung einer strafbaren Handlung angezeigt. Bürgermeister Heinrich Kofler bedauert den Vorfall, zumal er weiß, wie schwierig es ist als Post-Partner wirtschaftlich zu überleben. „Die erste Servicestelle hat schon nach drei Wochen aufgegeben. Es hat ein Jahr gedauert, wieder jemanden zu finden“, so der Ortschef.

(kurier) Erstellt am
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