Chronik | Niederösterreich
16.04.2012

Trance-Festival wandert ab

Die Veranstalter klagen über zu hohe Auflagen und verlagern nach Ungarn. In der Gemeinde ist man darüber froh.

Die Behördenauflagen sind in Niederösterreich explodiert“, sagen die Veranstalter des Spirit-Base-Festivals. Und deshalb habe man sich entschlossen, nach Ungarn abzuwandern. Das Goa-Festival verlässt also Ernstbrunn. Die Enttäuschung vor Ort hält sich in Grenzen.

„Das war absehbar“, sagt Bürgermeister Johann Prügl. „Bei uns wird sich keiner darüber beklagen.“ Das Festival des Vorjahres ist auch der Polizei in Erinnerung geblieben. 15 Anzeigen nach dem Suchtmittel-Gesetz und 22 Sicherstellungen listete man auf. Eine junge Frau musste nach einer Überdosis auf die Intensivstation gebracht werden.

Nicht kontrollierbar

Der Ernstbrunner Bürgermeister war aber auch mit dem Standort der Veranstaltung nicht glücklich. Mitten im Wald gelegen, sollten die Festival-Besucher niemanden stören. Doch der Lärm hallte in die umliegenden Orte. „Und im Sinne des Naturschutzes war das auch nicht.“ Unklar blieb bis zuletzt die Anzahl der Besucher. „Das war nicht kontrollierbar, man hätte ein Drehkreuz gebraucht.“ Jedenfalls dürften auch sehr junge Besucher beim Festival gewesen sein. „Zu junge Besucher“, konkretisiert der Ortschef.

Außerdem dürften die Veranstalter noch nicht alle Rechnungen des Vorjahres beglichen haben.

In Ungarn wollen sie nun mit „dem größten Trance-Festival Österreichs“ neu starten. Im Jahr des Wasserdrachens (und zum zehnten Jubiläum) haben sie sich eine Insel für ihren Event ausgesucht. In der Nähe des ungarischen Dorfes Rajka wird das Festival von 6. bis 10. Juni auf einer 15 Hektar großen Insel in der Donau stattfinden. 120 Live-Acts und DJ‘s erwarten die Gäste. Karten sind bereits erhältlich.

www.spirit-base.at