Traiskirchen Polizei Flüchtlingslager Asyl Asylwerber

© /Thomas Lenger

Gewaltbereit
07/25/2015

Traiskirchen: Polizei befürchtet linksradikale Randale

Die Protagonisten der geplanten Demo sind von Votivkirche und WKR-Ball bekannt.

von Wilhelm Theuretsbacher

Der Verfassungsschutz erwartet in Traiskirchen trotz anderslautender Wetterprognosen einen extrem heißen Sonntag. Bei einer Demo gegen ein Demo-Verbot vor dem Flüchtlingsheim wird eine linksradikale "Profi-Truppe" erwartet.

Die Demo-Aufrufe und die Mobilisierung in sozialen Netzwerken und anderen Kanälen laufen nach dem gleichen Muster ab, wie vor den berüchtigten Auseinandersetzungen am Wiener Ballhausplatz beim rechten Akademikerball.

Anarchist

Es begann mit der Anmeldung einer Demo durch eine Initiative, hinter der ein bayrischer "Voralpen-Anarchist" steckt. Der hatte sich schon im Jahr 2013 einen zweifelhaften Namen gemacht, als es ihm mit einiger Mühe gelungen war, Asylwerber aus Traiskirchen zum Marsch auf Wien und zur Besetzung der Votivkirche zu überreden.

Die Bezirkshauptmannschaft Baden untersagte die Demo. Daraufhin meldete die ÖH der Universität Wien ebenfalls für Sonntag eine Demo gegen das Demo-Verbot an. Diese Demonstration wurde von der Bezirkshauptmannschaft nicht untersagt.

Hier treffen sich alte Bekannte: ÖH-Funktionäre und der bayerische Anarchist unterstützten einander schon bei der Besetzung der Votivkirche samt illegalen Zeltlager im Sigmund-Freud-Park, das als Ausgangspunkt für die WKR-Demo vorgesehen war.

In den sozialen Medien werden für die Aktion kommenden Sonntag in Traiskirchen die üblichen Töne angeschlagen: Es handle sich um eine "erneute Repression gegen antirassistische Proteste". Unterstützung kommt auch von Aktivisten aus dem Ausland – von Polen bis in den arabischen Raum – und von Gesinnungsgenossen, die vor Zeltlagern in Deutschland demonstrieren.

Gleichzeitig laufen Proteste in Wien gegen den angeblich ungeklärten Tod eines Afrikaners in U-Haft. Das gerichtsmedizinische Gutachten mit der Todesursache wurde aber schon vor Tagen veröffentlicht: Bei dem mutmaßlichen Drogenkurier war eine Kokainkugel im Darm geplatzt. Die Polizei stellt sich jedenfalls auf einen größeren Personalbedarf ein und konzentriert am Sonntag die Einsatzeinheit Niederösterreich und weitere Beamte in Traiskirchen.

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