Chronik | Niederösterreich
26.03.2012

Tragödie: Vater und Sohn binnen Stunden tot

Eine schwerkranke Bäuerin verlor innerhalb eines Tages ihren Sohn, 35, und den 74-jährigen Ehemann.

Kein Ende nimmt das Leid in einer Bauernfamilie im niederösterreichischen Mostviertel. In den vergangenen zwei Tagen spielte sich auf dem Hof in Strengberg im Bezirk Amstetten eine unfassbare Familientragödie ab.

Altbäuerin Maria P. war am Freitag mit einer Krebsdiagnose aus dem Spital entlassen worden. Dies dürfte den 35-jährigen Sohn am selben Tag dazu veranlasst haben, sich in der Jauchegrube des Wirtschaftstraktes zu ertränken. Die schlimmen Ereignisse waren für den 74-jährigen Vater zu viel. Er wurde Samstagfrüh von einem Nachbarn erhängt in einem Gehöft aufgefunden.

Altbauer Johann P. konnte die schrecklichen Geschehnisse vom Freitag nicht wegstecken. Er selbst hatte seinen Sohn Johann P. junior in der Jauchegrube des Hofes entdeckt. Er fand den Jungbauern bei geöffnetem Einstieg regungslos in der Jauche liegen. Die Stiefel und die Jacke hatte der junge Mann fein säuberlich am Rand abgelegt. Der Bauer alarmierte sofort die Rettungskräfte. Doch nachdem die Mitglieder der Feuerwehr den Leblosen aus der Grube geborgen hatten, war sofort klar, dass das Team des Rettungshubschraubers keine Chance mehr hatte, Johann zurück ins Leben zu holen. Für die Polizei stand der Suizid des als sehr fleißig beschriebenen Landwirts sofort außer Zweifel.

Die Tragödie nahm weiter ihren Lauf. Das Angebot einer psychologischen Betreuung durch das Kriseninterventionsteam soll das geschockte Ehepaar und die bereits auswärts lebende Tochter zurückgewiesen haben, erzählen Nachbarn.

Sirenen

Der Seniorbauer scheint den schweren Schicksalsschlag und die für ihn unbewältigbare Arbeitsbürde am Hof allerdings nicht verkraftet zu haben. Samstagfrüh heulten in Strengberg abermals die Sirenen auf. Ein junger Nachbar wollte dem Ehepaar in der Früh die Stallarbeit abnehmen. Die Bäuerin hatte ihren Mann aufstehen gehört und wähnte ihn bei der Arbeit. Doch auch für Johann P. senior konnten die abermals alarmierten Retter wieder nichts mehr tun.

Bürgermeister Roland Dietl war selbst am Hof, um seine Hilfe anzubieten: "Wir sind hier im Ort alle geschockt. Die Familie war bekannt und beliebt."

(Wegen geposteter Pietätlosigkeiten musste das Forum geschlossen werden. Wir bedauern. - die Red.)