Tragödie auf Jagd: Zwei Männer erstickt

Ein Propangasofen kostete zwei jungen Jägern aus dem Bezirk Mödling das Leben. Im Ort herrscht tiefe Trauer.

Vierzehn Tage vor Weihnachten so eine unfassbare Tragödie! Wir sind alle entsetzt“. Samstagabend wurde der geplante Weihnachtsmarkt in Münchendorf im Bezirk Mödling kurzer Hand abgesagt. Die Nachricht vom tragischen Tod zweier junger Männer aus der Ortschaft hat sich wie ein Lauffeuer herum gesprochen. Die begeisterten Jäger, der 25-jährige Thomas Ehrenberger und sein Freund, Peter Wunderbaldinger, 26, wurden wenige Stunden zuvor tot in einer Jagdhütte bei Breitenstein am Semmering aufgefunden. Den Ermittlungen zur Folge sind die Beiden an einer CO2-Vergiftung gestorben. Sie hatten in der geschlossenen Hütte zum Heizen einen Propangasofen in Betrieb genommen. Die Folge war akuter Sauerstoffmangel.

Besonders tragisch: Thomas Ehrenberger wäre in wenigen Wochen Vater geworden. Seine Frau, die bereits einen Sohn in die Ehe mitgebracht hat, ist im 7. Monat schwanger. Die Angehörigen sind schwer geschockt und mussten professionell betreut werden. Beim Fußballklub SC Münchendorf, wo der 25-Jährige jahrelang gespielt hat, rang Obmann Manfred Vorwerk nach Worten: „Wir haben zwei großartige Menschen verloren. Auch Peter hat in der Jugendzeit bei uns gespielt. Der Verein möchte den Familien sein tiefes Mitgefühl aussprechen.“

Eingeschlafen

Die beiden Freunde sind seit Jahren begeisterte Jäger. Am Freitag waren sie deswegen auf den Semmering gefahren. Sie planten auf einer kleinen Jagdhütte in Breitenstein im Bezirk Neunkirchen zu nächtigen. Um das Häuschen entsprechend zu heizen, warfen sie am Abend einen Propangasofen an. „Danach dürften sie eingeschlafen sein. Die Hütte ist jedoch sehr dicht und es gab keinen frischen Sauerstoff. Also dürften sie im Schlaf eine CO2-Vergiftung erlitten haben und nicht mehr aufgewacht sein“, schildert ein ermittelnder Polizeibeamter. Da sie der Jagdpächter telefonisch nicht erreichen konnte, wollte er Samstagnachmittag nach dem Rechten sehen. Er fand deren Jagdauto vor der Hütte. Als er die Türe öffnete, entdeckte er die beiden leblosen Körper. Der Mann verständigte via Mobiltelefon die Einsatzkräfte. Polizei, Rettung, sowie 30 Mann der Feuerwehr rückten zu dem entlegenen Häuschen aus. Für die beiden Freunde gab es jedoch keine Rettung mehr. Wie der zu Hilfe gerufene Gemeindearzt feststellte, war der Tod bereits Stunden zuvor eingetreten.

Da an Hand des Spurenbildes Fremdverschulden ausgeschlossen werden kann, verzichtete die Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt auf eine Obduktion der Leichen.

( Kurier ) Erstellt am 10.12.2011