Chronik | Niederösterreich
24.03.2017

Toter vor Disco: Schlag war nicht die Todesursache

17-Jähriger war vor Diskothek in Vösendorf in Prügelei verwickelt. Er starb jedoch an einer Überdosis Drogen.

Nachdem in der Nacht zum 12. Februar vor einer Diskothek in Vösendorf ein 17-jähriger Wiener ums Leben kam, gibt es viele Gerüchte rund um die Todesursache. Am Freitag sind neue Ermittlungsergebnisse bekannt geworden, die allerdings nichts an der ursprünglichen Version vom Drogentod des Burschen ändern.

Angehörige des Opfers verfolgten von Anfang an die Theorie, dass der junge Mann in Folge einer Schlägerei vor dem Lokal ums Leben gekommen wäre. Es gab Zeugenaussagen, wonach eine Prügelei mehrerer Jugendlicher stattgefunden hätte. Dies bestätigt nun auch die Polizei in Niederösterreich. Suchtgiftermittler des nö. Landeskriminalamtes haben einen 19-jährigen Lehrling ausgeforscht, der dem späteren Todesopfer vor der Disco einen Faustschlag versetzt haben soll. Dies hat der 19-Jährige bei einer Beschuldigtenvernehmung auf der Polizeiinspektion Vösendorf auch zu Protokoll gegeben.

Ursache für den Streit sei eine verbale Auseinandersetzung beim Verlassen der Diskothek gewesen. Der 17-Jährige soll die Freundin des Lehrlings beschimpft und dessen jüngeren Bruder einen Tritt verpasst haben. Daraufhin habe der 19-Jährige rot gesehen und seinem wesentlich kleineren Gegenüber einen Faustschlag ins Gesicht verpasst. Der Bursch sei dadurch gestürzt und nicht mehr aufgestanden. Die Gegner flüchteten.

Auch wenn es für Beobachter des Szenario so ausgesehen habe, dass die Prügelei etwas mit dem Tod des Burschen zu tun hatte, so ergab die Obduktion ein völlig anderes Bild. "Der Schlag war nicht die Todesursache. Es waren Drogen im Spiel", erklärt ein zuständiger Ermittler.

Der renommierte Gerichtsmediziner Wolfgang Denk stellte eindeutig eine Suchtmittel-Intoxikation als Todesursache fest. Es gab im Kopfbereich des Toten keinen einzigen Hinweis auf eine Verletzung durch einen Faustschlag oder den Aufprall am Gehsteig. Lediglich auf der Innenseite der Lippe soll eine kleine Fleischwunde festgestellt worden sein. Das Obduktionsergebnis soll zusammen mit den toxikologischen Ergebnissen demnächst der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt schriftlich übermittelt werden. Dort wird dann über weitere Schritte in dem Fall entschieden.

Alle Begleiter des toten 17-Jährigen, die an besagtem Abend mit in der Diskothek waren, sind bereits wegen einschlägiger Drogendelikte bei der Polizei angefallen. Es laufen Ermittlungen, wo das Todesopfer die Substanzen her hatte.