Tödlicher Unfall mit "Kugelbombe"

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Ein 18-Jähriger ist in der Silvesternacht beim Hantieren mit einem Feuerwerkskörper ums Leben gekommen.

Tragisch endete eine fröhliche Silvesterfeier in der kleinen Gemeinde Waldenstein im nördlichen Waldviertel. Dem 18-jährigen Max. W. wurde das Hantieren mit Feuerwerkskörpern  zum Verhängnis. Eine „ Kugelbombe“ traf den Burschen mit voller Wucht am Kopf. Für ihn kam jede Hilfe  zu spät.

Der 18-Jährige hatte mit Freunden auf einem Feld außerhalb des Ortes das Neue Jahr mit einem Feuerwerk begrüßt. Dabei wurden auch „Kugelbomben“ verschossen. Die rund 15 Zentimeter großen Böller sind in Österreich nicht frei erhältlich und müssen mit einem Rohr abgeschossen werden. Wahrscheinlich hatte der 18-Jährige die Böller in Tschechien gekauft.

Glutreste

Unmittelbar nach Mitternacht steckte der Bursch wieder eine der Bomben in die selbst zusammen geschweißte Abschussvorrichtung mit einem 75 Zentimeter langem Eisenrohr. Eine Zündschnur sollte den Böller erst nach einigen Sekunden in die Luft  lassen, doch in dem  Rohr  dürften noch Glutreste vorhanden gewesen sein. Die „Bombe“ ging sofort und nicht wie geplant mit Verzögerung los.

Max W. befand sich mit dem Kopf noch genau über dem Rohr.  Der Böller  explodierte zwar nicht, krachte aber  aus kürzester Entfernung und „wie eine Kanonenkugel gegen den Kopf des 18-Jährigen“, sagt ein Polizist. Die schockierten Freunde alarmierten sofort die Rettung. Doch der Notarzt konnte nicht mehr helfen. Der 18-Jährige erlag knapp vor zwei  Uhr Früh im Krankenhaus Gmünd seinen schweren Verletzungen.

In der 1200-Einwohner-Gemeinde herrscht Fassungslosigkeit. An der Unfallstelle haben Freunde ein Kreuz mit einem Bild des Opfers – er war Mitglied der Feuerwehr –  errichtet und Kerzen angezündet.

350 Einsätze

Insgesamt mussten die Rettungsorganisationen in NÖ in der Silvesternacht 350-mal ausrücken.   Das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr. 48 Notarzteinsätze hatten vor allem bewusstlose Patienten durch Alkohol zur Ursache.16-mal wurden Personen durch Knaller und Raketen verletzt.  Bei „144 Notruf NÖ“ wurden in der Nacht 1200 Telefonate mit einer Gesamtgesprächsdauer von 34 Stunden  geführt.

Erstellt am 01.01.2012