Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

"Tattendorf ist ein Vorreiter"

10.000 Haushalte kann die neue Windkraft-Anlage in der Weingemeinde mit umweltfreundlichem Strom versorgen.

Die Zahlen lesen sich beeindruckend: Acht neue Windräder speisen seit gestern insgesamt 16 Megawatt ins Netz, können somit knapp 10.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen und sparen jährlich 25.000 Tonnen ein. "Somit ist die kleine Gemeinde Tattendorf 15-fach energieautark", rechnet Bürgermeister Dietrich Reinfrank (SPÖ) schmunzelnd vor. In Rekordzeit von nur wenigen Monaten entstand ein hochmoderner Windpark um 27 Millionen Euro. "Das ist der nächsten Mosaikstein als Umweltgemeinde", so Reinfrank im Rahmen der Eröffnung.

Auch wenn Österreich die viel diskutierten Kyoto-Ziele zur Reduktion von gesundheitsgefährdenden Treibhausgasen bis 2012 nicht schaffen wird, ist man insgesamt auf einem guten Weg, betont Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner ( ÖVP). "Mit dem Ökostromgesetz ermöglichen wir den massiven Ausbau erneuerbarer Energien und erzielen damit einen großen Mehrwert für den Standort Österreich: Projekte wie der Windpark Tattendorf schaffen nicht nur mehr Wachstum und Arbeitsplätze in der Region, sondern erhöhen auch die Versorgungssicherheit und machen Österreich unabhängiger von Atomstrom-Importen."

Vorfälle wie im japanischen Fukushima oder die verheerende Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, haben deutlich vor Augen geführt, dass der Ausbau erneuerbarer Energiequellen ein Gebot der Stunde ist. Landesrat Stephan Pernkopf ( ÖVP) hegt hohe Ziele. "Bis 2015 will das Land Niederösterreich 100 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbarer Energie produzieren."

20.000 Arbeitsplätze

EVN-Vorstandssprecher Peter Layr betont, dass Windenergie nicht nur die ohnehin knappen Umwelt-Ressourcen schont, sondern auch wertvoll für die österreichische Wirtschaft ist. "Alleine die EVN wird in den nächsten Jahren nicht nur rund 800 Millionen Euro in erneuerbare Energien investieren, sondern dadurch gleichzeitig 20.000 Arbeitsplätze neu schaffen beziehungsweise absichern.

Übrigens: Die oft verrufene Optik der "Windriesen" entkräftet Bürgermeister Reinfrank. "Ich muss gestehen, mir gefallen die Windräder richtig", sagt der Ortschef. "Mit dem neuen Windpark sind wir ein Vorreiter, was umweltbewusstes Handeln betrifft", ergänzt Reinfrank.