Stadt-Umfahrung wird heftig kritisiert

Mistelbach: Gegner des 150-Millionen-Euro-Projekts orten eine massive Verschwendung von Steuergeld, Grund und Boden.

Mistelbach bekommt eine Umfahrung, die keiner braucht und kaum einer haben will." Das sagt Günter Eibel von der "Interessensgemeinschaft gegen Verschwendung von Boden und Kapital".

Das Land Niederösterreich möchte laut Eibel gegen den Willen vieler Bewohner eine kaum brauchbare Umfahrung bauen. Die reinen Baukosten betragen rund 75 Millionen Euro, rechnet man die Erhaltungskosten für einen Zeitraum von 30 Jahren hinzu, sind für das 15 Kilometer lange Straßenstück insgesamt 150 Millionen Euro zu bezahlen. Eibel: "Die Stadtpolitiker von ÖVP und SPÖ applaudieren dazu, obwohl die Umfahrung der Stadt mehr Nachteile als Vorteile bringen wird." Die Mistelbacher würden kaum eine Verkehrs-Entlastung spüren. "Denn", argumentiert Eibel, "die geplante Umfahrung wird im Süden und Westen um Mistelbach geführt, während die großen Verkehrserreger im Osten von Mistelbach angesiedelt sind. Etwas die M-City (Einkaufszentrum, Anm.), das Weinviertelklinikum, sowie der neue Gewerbepark bei Wilfersdorf. Mit "völlig unnötigen Umfahrungen" von Paasdorf und Hüttendorf würden unnötig wertvolle Flächen rund um Mistelbach versiegelt, sprich asphaltiert oder verbetoniert. Und: Die Benützung der geplanten Umfahrung würde viele Wegstrecken erheblich verlängern.

Die erhoffte Entlastung für die Stadt werde laut Eibel somit nicht eintreten. Dazu komme, dass das Verkehrsaufkommen auf der A 5 weit unter den prognostizierten Zahlen liege, was ebenso gegen den Bau einer Umfahrung sprechen würde.

Handel in Gefahr

Aber auch innerhalb der Handels- und Gewerbetreibenden im Stadtzentrum mehren sich – wenn auch noch unter vorgehaltener Hand – die Bedenken gegen die Umfahrung. Hat der Bau der M-City vor einigen Jahren schon zu einer spürbaren Abwanderung von Betrieben an die Peripherie geführt, so wird mit der Eröffnung des G3 Shopping Resort Gerasdorf kommenden Herbst mit weiteren massiven Umsatzeinbußen im Stadtzentrum gerechnet.

( Kurier ) Erstellt am 14.03.2012