Multiversum, Schwechat; honorarfrei

© PRIVAT /Multiversum

Schwechat
06/11/2013

Stadt will Multiversum ganz

SPÖ plant restliche Anteile zu kaufen. Das kostet zwei Millionen Euro jährlich

von Philipp Kienzl

Der Rechnungshof prüft. Es liegen Anzeigen vor. Das Landeskriminalamt NÖ ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg. Die Baukosten stiegen von 37 auf 42 Millionen Euro. Sogar eine Insolvenz der Gesellschaft, die zu 49 Prozent im Eigentum der Stadtgemeinde Schwechat steht, stand im Raum. Die Veranstaltungshalle Multiversum in Schwechat (Bezirk Wien-Umgebung) war in den letzten zwölf Monaten hauptsächlich durch Negativ-Schlagzeilen in den Medien.

Nun lässt Bürgermeister Hannes Fazekas (SPÖ) mit einem Paukenschlag aufhorchen: „Wir wollen die restlichen Anteile des Multiversums aufkaufen.“ Gemunkelt wurde dies hinter vorgehaltener Hand schon länger; so klar hat sich der in die Kritik geratene Stadtchef und Nationalratsabgeordnete bisher jedoch noch nicht geäußert. Bereits am 24. Juni sollen laut Fazekas im Schwechater Gemeinderat die Weichen dazu gestellt werden.

Zwei weitere Gesellschafter müssen neben dem Stadtparlament ihre Zustimmung geben: 33 Prozent hält die Werner-Schlager-Academy, 18 Prozent die Sportvereinigung Schwechat. Deren neuer Präsident: Hannes Fazekas.

„Positive Gespräche“ seien am Laufen. Die Option, dass die Gemeinde alleiniger Eigentümer wird, „sind realistisch wie nie zuvor“, heißt es.

Zuschuss nötig

Mit 1,8 bis 2 Millionen Euro an jährlichen Zuschüssen rechnet Fazekas. „Das ist allemal besser als ein Konkurs der Halle“. Für diesen Fall kalkulieren Wirtschaftsexperten 23 Millionen Euro, die sofort an Bankgarantien für Schwechat schlagend würden. „Dann hätten wir nichts mehr davon“, so Fazekas.

Einen entscheidenden Part nimmt auch das Land Niederösterreich in diesem Unterfangen ein. Die Regierung muss insgesamt rund 24 Millionen Euro an Haftungsübernahmen durch die Gemeinde genehmigen. „Fixiert ist dieser Schritt noch nicht, aber eine Pleite des Multiversums hätte gravierende Auswirkungen. Zumal es gut gebucht ist und die reale Chance besteht, dass daraus ein Erfolgsprojekt wird“, heißt es aus Insiderkreisen.

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