St. Pölten wird weiter verbunkert

Parkgaragen
Foto: KURIER/Wimmer Je zentraler, desto voller: Rathausgarage ist der Besucher-Hit

Zehn Parkgaragen mit insgesamt 5500 Plätzen hat die Stadt. Es geht hurtig weiter: Autobunker unter Bischofsgarten und BH.

Der Bischof hat nur gelächelt", berichtet Stefan Stöger, Klaus Küngs Diözesanmanager für Immobilien und Recht. Exzellenz habe nichts dagegen, wenn unter seinem Gärtlein künftig Autos rochieren und zu ebener Erde  ein neues Grünparadies erstrahlt, weiß hingegen Innenstadt-Vordenker Josef Wildburger (Plattform 2020): "Grundsätzlich gibt es dazu bei der Diözese eine positive Meinung." Schließlich "wäre es verlorenes Geld, den Domplatz mit einem Millionenaufwand herzurichten und ihn als Parkplatz zu nutzen." Kurzum: Her mit der Bischofsgarten-Tiefgarage.

Seit Wochen sind Netzwerker zwischen Politik, Kirche und potenziellen Garagenbetreibern (z.b.Contipark) aktiv, um den Autobunker für  rund 300 Autos auf zwei Ebenen hoch zu stemmen. Freilich: Die in der Klostergasse geplante Einfahrt trifft dort auf zwei schon bestehende Zufahrten zu Tiefgaragen (Diözesan-Konservatorium und Ärztezentrum Frühwald).  Und es könnte noch eine Vierte dazu kommen.

Denn für die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten gibt es veritable Überlegungen, einen modernen Zubau mit einer Tiefgarage zu verknüpfen. "Noch ist nichts definitiv" sagt Bezirkschef Josef Kronister. Beim Land soll aber dem Vernehmen nach schon im Juni die Beschlussfassung erfolgen.

Auslastung  mager

Ist St. Pölten zu wenig garagiert? Die Zahlen lassen einen anderen Schluss zu: Die Stadt hat 6600 Parpklätze, davon sind nur 1150 auf Freiflächen. Die Innenstadt wird von zehn Tiefgaragen gesäumt. Ihr durchschnittlicher Auslastungsgrad liegt  bei 60 Prozent. Je näher zum Kern, desto voller sind sie aber.

"Man lotet halt derzeit aus, ob sich ein privatwirtschaftliches Projekt aufstellen  lässt", weiß Stadtbaudirektor Kurt Rameis zum Bischofsgarten. Zumal die Stadt  lieber knappes Geld  in Öffis stecke. Vier Garagen in der engen Klostergasse sorgen ihn angesichts der Kerntangente Nord nicht. Und was ist, wenn Autos  Auslaufmodelle werden? Wildburger: "Egal, mit welcher Antriebsenergie: Der Pkw wird garantiert noch die  nächste Generation begleiten."

(kurier) Erstellt am
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