Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Sprachprobleme in der Schule: "Nachhilfe" für Pädagogen

Muttersprache - Von 1619 Kindern in den acht Wr. Neustädter Volksschulen sind 627 nicht deutscher Muttersprache. In den Kindergärten sind es sogar knapp 50 Prozent von 1197 Sprösslingen. Da die große Sprachbarriere sich negativ auf die Qualität des gesamten Schulunterrichtes auswirkt, hat die Stadt Wr. Neustadt zusammen mit dem Studiengang Logopädie der Wr. Neustädter Fachhochschule ein Pilotprojekt gestartet. Ziel war es, alle Volksschullehrer auf die veränderten Rahmenbedingungen in ihrem Unterricht zu schulen.

"Wenn ein Kind zum Eintritt in die Volksschule kaum Deutsch kann, dann ist es wie eine Fremd- und nicht wie eine Muttersprache zu erlernen", erklärt Maria Zwicklhuber vom Integrationsreferat der Stadt. Bei den Pädagogen hinterlässt die veränderte Unterrichtssituation nachweislich Irritation, Unsicherheit oder Frust. Dies belegen wissenschaftliche Studien.

Um die Lehrer auf die neuen Anforderungen einzustellen, hielten die Logopädie-Experten der FH Fachkonferenzen in allen Volksschulen ab. Dabei wurde den Lehrern unter anderem die wissenschaftlichen Hintergründe sowie Probleme und Chancen von Mehrsprachigkeit erklärt. Die Pädagogen bekamen vermittelt, wie sie die Kinder unter den schwierigen Bedingungen best möglich fördern.