Chronik | Niederösterreich
24.06.2017

Spital Mödling: Sorge um 24-Stunden-Notfallversorgung

Insider befürchten, dass künftig wieder mehr Patienten nach Baden geschickt werden.

"Damit gibt es quasi keine Unfallversorgung für Erwachsene mehr in Mödling", klagen Mitarbeiter. Neustrukturierung beim Personal könnten ab Juli die Notfallversorgung im Spital reduzieren, befürchten Insider. Die nö. Landeskliniken-Holding dementiert.

Im Oktober 2016 war die Unfallabteilung von Mödling nach Baden verlegt worden. (Kinder werden weiterhin in Mödling behandelt). Geblieben ist eine 24-Stunden-Notfallversorgung . Als eine Patientin ohne Abklärung nach Baden geschickt wurde, war die Aufrgegung groß. Markus Klamminger, stellvertretender med. Geschäftsführer der Holding erklärte damals: "Wer keine Operation, stationäre Aufnahme oder einen zweiten Chirurgen benötigt, wird in Mödling behandelt."

Nun wird befürchtet, dass diese Direktive aufgeweicht wird. Bisher war in der Ambulanz neben einem Facharzt auch ein Turnusarzt rund um die Uhr im Einsatz. Der soll künftig nur noch bis 19 Uhr Dienst haben. Zur Unterstützung kann ein Turnusarzt der Chirurgie zugezogen werden. Aber nur, wenn er nicht gerade chirurgische Patienten betreut, unken Mitarbeiter. Sie vermuten, dass nur noch Erste-Hilfe-Versorgung gewährleistet ist und Bagatellverletzungen nicht mehr behandelt werden. "Ein verstauchter Knöchel wurde bisher geröntgt und versorgt. Ab Juli wird er nach Baden geschickt", glaubt ein Insider.

Auf neuen Plakaten wird informiert, dass eine unfallchirurgische Versorgung nur Montag bis Freitag zwischen 8.00 und 13.30 (statt wie bisher 13.00) Uhr in Mödling erfolgt. Aber auch: "Erste Hilfe Leistungen (Notfälle) sowie die Kinder- Unfallversorgung erfolgen von 0-24 Uhr über die Notfallambulanz." Die Patienten würden damit verwirrt, sagen manche.

Versorgung bleibt

Bei der Holding heißt es, Personaleinsatz werde nach medizinischer Notwendigkeit geplant - in Abstimmung mit Baden.

An der Notfall-Versorgung ändere sich aber nichts. "Falls jemand mit Verletzung das Spital Mödling aufsucht, wird er hier jedenfalls medizinisch begutachtet. Je nach dem Ergebnis der Ersteinschätzung erfolgt dann eine Entscheidung über den weiteren Behandlungsweg", erklärt Sprecher Bernhard Jany. Also ambulant, stationär oder in Baden. Jany betont, dass Broschüren und ein Video auf der Spitals-Homepage (www.moedling. lknoe.at) über die Schwerpunktsetzung informieren.