"Sittenwächter" am See: Drei Verfahren eingestellt

Sittenwächter © Bild: Privat

Nur noch der Wortführer, ein 23-jähriger Tschetschene, ist weiterhin in U-Haft.

Gegen vier junge Männer wurde ermittelt, nachdem sie eine oben ohne badende Frau auf einem See im Bezirk Mödling, NÖ, bedroht hatten. Nun wurde gegen drei der vier Verdächtigen das Verfahren eingestellt. Nur noch der Wortführer, ein 23-jähriger Tschetschene, sitzt in Untersuchungshaft.

Der Vorfall ereignete sich im vergangenen Juni in Kaltenleutgeben. Wie der Begleiter der Frau, ein Fotograf, auf Video festhielt, wurden sie von mehreren jungen Männern umzingelt. Zu hören ist, wie ein 23-jähriger Tschetschene dem Opfer mit Vergewaltigung droht, sollte es sich nicht bedecken. Das Video wurde Hunderttausende Mal auf sozialen Medien geklickt und kommentiert.

Anwalt: "Viel aufgebauscht"

"Nur dieser eine hat gesprochen. Die restlichen haben versucht, ihn zu besänftigen", sagt Anwalt Andreas Strobl, der einen der jungen Männer vertritt. "Da wurde viel aufgebauscht."

Der 23-Jährige ist wegen anderer Delikte in Wien in U-Haft. Das Verfahren wurde auch an das Landesgericht Wien abgetreten. Der Prozess wird voraussichtlich noch im April stattfinden. Dann muss sich der 23-Jährige voraussichtlich wegen schwerer Nötigung verantworten müssen.

( kurier.at ) Erstellt am 14.03.2018