Chronik | Niederösterreich
08.01.2018

Semmering: Pleiten, Pech und Pannen statt Pistengaudi

Schaden schlimmer als erwartet. Gondelbahn bleibt für mehrere Tage geschlossen.

Der wirtschaftliche Schaden im Tourismusort lässt sich noch nicht genau beziffern. Mit der neuerlichen Panne im Skigebiet Zauberberg Semmering wird er jedenfalls noch deutlich größer als befürchtet. Nach dem technischen Gebrechen am Samstag wird die Gondelbahn am Hirschenkogel für die Reparaturarbeiten mehrere Tage stillstehen – wie lange genau lässt sich derzeit noch nicht absehen.

Der Zwischenfall ist der jüngste in einer Reihe von Pleiten, Pech und Pannen im Skigebiet, die den Touristikern und Gastronomen in der Region die Zornesröte ins Gesicht treiben. Nachdem es die Bergbahnen erst am 29. Dezember endgültig geschafft haben, die behördlichen Auflagen für den Liftbetrieb zu erfüllen, herrschte bis dahin in den Kassen gähnende Leere. "Wir benötigen den Skibetrieb im Winter wie einen Bissen Brot. Es ist bitter, wenn dann der Lift trotz bester Schneelage nicht aufsperrt", bringt ein Hotelier die Sache auf den Punkt.

Seilbahnbehörde

Kaum war die Kabinenbahn ein paar Tage in Betrieb, stoppte Samstagabend ein lauter Knall die Pistengaudi unter Flutlicht. Der vermeintliche Lagerschaden an der Umlaufscheibe der Bergstation entpuppte sich schlimmer als erwartet. Techniker des Seilbahn-Herstellers Doppelmayr/Garaventa diagnostizierten bei der Überprüfung zusätzlich zum kaputten Lager einen irreparablen Schaden der Achse. Das Teil muss im Werk erst produziert werden. Die Reparatur und der anschließende Einbau kann daher mehrere Werktage in Anspruch nehmen. Wann das Stück geliefert wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. "Nach dem technischen Prüfbericht der Firma Doppelmayr müssen wir leider mitteilen, dass wir noch bis mindestens 9. Jänner geschlossen bleiben", verlautbarten die Liftbetriebe am Montag auf ihrer Facebook-Seite. "Die ganze Situation ist natürlich für die Region nicht einfach. Man muss den Verantwortlichen schon verständlich machen, dass sie ein Leitbetrieb sind, von dem hier viel abhängt", sagt Semmerings Bürgermeister Horst Schröttner.

Weil mit dem Grandhotel Panhans auch das Flaggschiff derselben ukrainischen Unternehmensgruppe wegen Renovierungsarbeiten immer noch geschlossen ist, wird der Tourismusort bei den Nächtigungszahlen in dieser Saison ein deutliches Minus hinnehmen müssen.

Dazu kommt jetzt der Wegfall Hunderter Tagesgäste und Schulklassen. Im Tourismusbüro am Semmering laufen seit Montag deshalb die Telefone heiß. Die Wintersportler wollen wissen, wann die Lifte wieder aufsperren. Vor allem angemeldete Gruppenreisen müssen über die derzeitige Liftsperre informiert werden. Viele weichen auf Nachbarskigebiete wie das Stuhleck auf der steirischen Seite des Semmerings aus.