Section Control wird zum Fall für die Juristen

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Foto: KURIER/Jürgen Zahrl Ärger über die Section Control am Wechsel (Symbolbild)

25.000 Anzeigen seit 12. April. Volksanwalt lässt prüfen, ob Tempo 80 gerechtfertigt ist.

Mehr als 25.000 Fahrzeuglenker sind seit dem 12. April auf der Südautobahn (A2) zwischen Wiener Neustadt und dem Wechsel in die Section Control der dortigen Großbaustelle getappt. Nach einer Beschwerde des ÖAMTC hat die Volksanwaltschaft nun ein Prüfverfahren eingeleitet, ob die Geschwindigkeitsmessung auf dem 13 Kilometer langen Abschnitt überhaupt rechtmäßig ist. Auch die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen klagt als zuständige Strafbehörde darüber, mit der Bearbeitung der Zehntausenden Strafverfügungen heillos überfordert zu sein. 300 bis 400 müssen pro Tag händisch von einem Mitarbeiter bearbeitet werden.

Der Autobahnabschnitt wird erstmals seit seiner Fertigstellung in den 1980er-Jahren um 25 Millionen Euro bis Ende 2017 generalsaniert. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens von mehr als 65.000 Fahrzeugen pro Tag hat das Land ein Tempolimit von 80 km/h sowie Radarüberwachung angeordnet.

"In Fahrtrichtung Süden ist das Limit allerdings nur schwer nachzuvollziehen. Es gibt drei Fahrspuren und die haben eine normale Breite", heißt es beim ÖAMTC.

Dementsprechend viele Autofahrer lassen sich dazu verlocken, aufs Gas zu steigen. Mehr als 90 Prozent der 25.000 Anzeigen betreffen die Richtungsfahrbahn Süden. "Es gibt eine Richtlinie, dass bei einem Tempolimit von 80 oder 100 km/h auf der Autobahn die Baustelle nicht länger als zehn Kilometer sein soll. Bei 60 km/h wären es sechs Kilometer. Alles darüber hinaus ist eine unnötige Schikane", erklärt ÖAMTC-Chefjurist, Martin Hoffer. Volksanwalt Peter Fichtenbauer hat deshalb ein Prüfverfahren beim Verkehrsministerium eingeleitet. Juristen müssen die Frage klären, ob verwaltungstechnisch etwas im Argen liegt, heißt es bei der Volksanwaltschaft.

Verkürzung

Bereits am Sonntag konnte der Baustellenabschnitt in Fahrtrichtung Wien viel früher als erwartet von 13 auf sieben Kilometer reduziert werden. An den vielen Anzeigen wird dies jedoch nichts ändern. Die Fahrspuren sind dort deutlich schmäler, daher ist kaum jemand zu schnell unterwegs.

(kurier) Erstellt am
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