Sechs Stockwerke sind zu viel: Anrainer beschweren sich

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In St. Andrä-Wördern soll ein neues Wohnareal entstehen.

Der jetzige Sportplatz in St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) soll in den nächsten vier bis sieben Jahren in ein Wohnareal umgewandelt werden. Bis Anfang 2018 soll der "Masterplan", wie es Bürgermeister Maximilian Titz (ÖVP) nennt, dafür stehen. In regelmäßigen Offenen Ateliers soll mit den Bürgern eruiert werden, wie das neue Areal gestaltet werden soll.

Bewohner ärgern sich dennoch über das Vorgehen. "Es gab beim ersten Offenen Atelier eine Skizze, wie das Ganze ausschauen soll. Da war ein sechsstöckiges Wohnhaus zu sehen. Rundherum bestehen nur Einfamilienhäuser, die maximal eine Giebelhöhe von zwölf Metern haben", ärgert sich ein Anrainer. "Nachdem sich bei der Präsentation Protest gegen das Hochhaus geregt hat, wurden die Skizzen in der Folge nicht mehr hergezeigt", fährt er fort.

Abwanderung stoppen

Die Bürger seien genervt davon, dass Beteiligung vorgetäuscht werde, "in Wahrheit aber schon alles unter Dach und Fach ist". Bürgermeister Titz bestreitet dies: "Alle Bürger können mitsprechen. Ob das sechsstöckige Haus kommt oder nicht, wird noch ausgearbeitet. Es könne auch auf eine Variante hinauslaufen, wo außen niedrige und innen höhere Häuser stehen.

Auch Wirtschaftstreibende seien bereits eingeladen worden. Im neuen Areal sollen neben Wohnungen für rund 200 Menschen auch ein Nahversorger entstehen. "Das soll helfen, unserer starken Abwanderung entgegenzuwirken", sagt Titz.

Junge Menschen sollten die Möglichkeit auf Wohnungen zu vernünftigen Preisen haben, "und nicht auf den Kauf von teurem Grund angewiesen sein." Die Anrainer befürchten, dass nur Pendler in die Wohnungen ziehen, die weiterhin in Wien einkaufen werden und dem Ort so der Mehrwert entginge.

( kurier.at , rieg ) Erstellt am 09.10.2017