Schwechat: Mordversuch an Ehefrau?

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Herbert P. soll nach einem Streit am Freitag versucht haben, seine Frau zu erschießen. Sie wurde schwer verletzt.

Ich sag"s Ihnen, bei uns geht"s zu. Ich zieh" jetzt aus, aus der Hütten." Nachbar Karl D. war zuhause, als Freitagabend gegen 22 Uhr Polizei, Rettung, Notarzt und Spurensicherung in das Mehrparteienhaus in der Brauhausstraße in Schwechat-Rannersdorf einliefen. "Zuerst hab" ich geglaubt, dass der Notarzt zu unserer älteren Nachbarin gekommen ist.

Doch dem war nicht so: "Wir haben Schüsse gehört, dann haben wir schon die Blaulichter der Polizei gesehen", erzählt Csilla B. Sie wohnt gegenüber.

Streit eskaliert?

Der 50-jährige Herbert P. soll Freitagabend versucht haben, seine 42-jährige Frau zu erschießen. Der Schuss traf sein Ziel allerdings nicht, sondern streifte den Boden. Splitter trafen die Frau im Gesicht und verletzten sie schwer. Das Opfer alarmierte noch selbst die Polizei und wurde ins Krankenhaus Mödling gebracht.

Laut Angaben der Polizei sei der Täter "geständig zum Schuss", beteuere aber, dass er seine Frau nach einem eskalierten Streit nur "erschrecken", nicht aber erschießen wollte. Seine Ehefrau gab bei der Polizei an, dass es keinen Streit gegeben hätte. Ihr Mann hätte "einfach so" auf sie geschossen. Beide Beteiligten waren zum Tatzeitpunkt alkoholisiert; die beiden Kinder dürften von dem Vorfall nichts mitbekommen haben. Die Waffe besaß P. legal.

In dem Mehrparteienhaus war der Vorfall am Samstag Tagesgespräch. Nachbarn erzählen, dass P. schon einmal auf seine Mutter geschossen hätte. Auch auf Katzen im Hof soll er es abgesehen haben. In der Zeitung will sich aber keiner der Nachbarn wiederfinden. "Der Herbert ist rauflustig, aggressiv und stänkert gern. Wir wollen kein Risiko eingehen."

Herbert P. wurde festgenommen und in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert.

Erstellt am 01.04.2012