Chronik | Niederösterreich
21.01.2012

Schlepperunwesen: Zahlen explodieren

Getrübte Bilanz: Weniger Einbrüche, dafür alarmierende Zahlen bei der Schlepperkriminalität.

Die schlechte Nachricht: Die Kriminalität, also die Zahl aller angezeigten Delikte, ist in Österreich 2011 im Vergleich zum Jahr davor wieder gestiegen. Die gute Nachricht: Der Anstieg beträgt bundesweit nur 0,8 Prozent, langfristig betrachtet hat die Kriminalität nach dem Hoch Mitte der 2000er-Jahre kontinuierlich abgenommen.

„Wir sind auf einem guten Weg“, konstatiert demnach Innenministerien Johanna Mikl-Leitner bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2011. Erfreulich sei besonders, dass die Aufklärungsquote mit 43,4 Prozent im 10-Jahres-Vergleich einen Rekord erreicht hat.

In Niederösterreich beträgt der Delikt-Anstieg 7,5 Prozent. „Allerdings war 2010 auch eines unserer besten Jahre“, sagt Sicherheitsdirektor Franz Prucher.

Phantome

Während bei den Einbrüchen in Häuser und Wohnungen ein Rückgang zu verzeichnen ist, sind die Zahlen in Sachen Schlepperkriminalität geradezu explodiert. Ein Plus von 1254 Delikten lässt bei der Polizei niemanden kalt. „Durch das Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen sind wir besonders vom Schlepperunwesen betroffen“, berichtet Prucher. Viele Menschen würden bei der Erstaufnahmestelle angeben, dass sie illegal nach Österreich gebracht wurden. Prucher: „Unser Problem ist aber, dass wir nicht irgendwelchen Phantomen nachjagen können.“

Steigerungen gibt es unter anderem auch bei den Sachbeschädigungen im städtischen Bereich, Diebstählen und Betrügereien – insbesondere Bestell- und Internetbetrug. Auf niedrigem Niveau liege NÖ hingegen mit 230 Fällen beim Raub (vom Handyraub bis zum Banküberfall). Bei Gewaltdelikten gab es einen geringen Anstieg – bei hoher Aufklärung. „Unsere Tatortgruppe des Landeskriminalamtes ist eine der besten Europas“, lobte Polizeichef Arthur Reis ausdrücklich seine Kollegen.

Der Präsentation der Zahlen folgten prompt landespolitische Reaktionen. VPNÖ-Sicherheitssprecher Gerhard Karner betonte unter Hinweis auf den Rückgang bei Wohnhauseinbrüchen die hervorragende Arbeit der Exekutive, während Sozialdemokraten und Freiheitliche den Delikt-Anstieg von 7,5 Prozent „alarmierend“ und „eklatant“ nannten.