Führerin erklärt den Schiele-Weg

© KURIER/Martin Bernert

Tulln
05/09/2014

Schieles alter Schulweg

Mit einem Themen-Weg will die Geburtsstadt des Künstlers Kulturtouristen anlocken.

von Martin Bernert

Dass Egon Schiele 1890 als Sohn des örtlichen Bahnhofsvorstands in Tulln das Licht der Welt erblickte, ist bekannt. Fast Hundert Jahre nach dem Tod des 1918 verstorbenen Künstlers kehrt der große Sohn schrittweise ins Bewusstsein seiner Geburtsstadt zurück: Tulln will die Kindheits- und Jugendjahre Schieles zum Teil seiner kulturellen und touristischen Identität machen.

Dies begann im Vorjahr mit der Renovierung der ehemaligen Bahnhofsvorsteher-Wohnung im Obergeschoß des Tullner Hauptbahnhofs, wo der große Maler geboren wurde und die ersten Jahre seiner Kindheit verbracht hat.

Die Wohnung wurde als Museum mit zeitgemäßer Didaktik konzipiert und ist seither öffentlich zugänglich. "Ich hoffe, dass unser Schiele-Geburtshaus so bekannt wird, wie jenes von Mozart in Salzburg", sagt Bürgermeister Peter Eisenschenk.

13 Stationen

Der nächste Schritt in diese Richtung wurde nun gesetzt: Ein Egon-Schiele-Weg zeichnet in 13 Stationen das Leben des jungen Künstlers im Tulln vor dem Ersten Weltkrieg nach. Ausgangs- und Endpunkt des Weges ist der Hauptbahnhof mit Schieles Geburtsräumen. Dazwischen kann man auf dem alten Schulweg des Malers wandeln; nachvollziehen, wo der kleine Egon und seine Mutter bei den Marktstandlerinnen am Hauptplatz eingekauft haben oder jene Stelle an der Donau bewundern, wo einst bei einer Überflutung das "Wasserkreuz" angeschwemmt wurde und wo 1897 und 1899 wohl auch die Schieles gewaltige Donau-Hochwasser beobachteten. Letzte Station des Rundwegs ist das Familiengrab am Stadtfriedhof, wo zwar nicht der Künstler selbst, aber immerhin seine Eltern und Geschwister bestattet wurden.

Den Schiele-Weg, offizielle Eröffnung ist am 16. Mai, kann man im Rahmen einer Stadtführung erleben oder – ausgestattet mit Plan und Info-Folder – auf eigene Faust erkunden. Künstlerisch gestaltet wurden die Stationen des Weges vom Tullner Bildhauer Gert Linke; das Konzept stammt von Martin Schubert.

Symposium

Kommende Woche wird nicht nur der neue Schiele-Weg mit Sonderführungen und Events – darunter auch die Präsentation von Schüler-Arbeiten zum Thema – eröffnet, es findet auch eine zweitägige, prominent besetzte Tagung unter dem Motto "Begegnung mit Egon Schiele" im Minoritenkloster statt.www.egon-schiele.euwww.tulln.at/erleben

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