Chronik | Niederösterreich
16.01.2012

Schadenersatz für tote Katzen?

In Wiener Neustadt fordert eine Frau Schadenersatz und Trauer-Schmerzensgeld für zwei tote Katzen.

Skurriler Prozess im Bezirksgericht Wiener Neustadt um zwei tote Katzen: Eine Bio-Bergbäuerin klagte einen Installateur nicht nur auf 500 Euro Schadenersatz, weil er eine ihrer Katzen totgefahren hat. Die streitbare Frau verlangt noch weitere 500 Euro Trauerschmerzensgeld, weil der Bruder des Tiers "eingegangen ist, weil er aus Gram über den Verlust seiner Schwester nix gefressen hat", so die Begründung der Klägerin.

Der Zivilprozess dreht sich um "Milli", eine junge Katze, von ihrer Besitzerin als "rote Femina, die aussieht wie Garfield ... eine Rarität" beschrieben. Das Tier war eine "Frühjahrskatze, noch kein Jahr alt", als sie Ende Dezember 2009 sterben musste. "Tatort" laut Klägerin: das Kopfsteinpflaster vor ihrer "Animal Farm" in der Buckligen Welt.

Ein Installateur, den die Bio-Bäuerin und Hunde-sowie Katzenzüchterin zu sich beordert hatte, übersah beim Verlassen des Bauernhofes das Jungtier und überfuhr es. Die Besitzerin hörte noch die "Todesschreie" des Tieres, aber da war der Installateur mit seinem Pkw schon abgefahren. "Ich musste dem Mann nachtelefonieren", erinnerte sich die Bäuerin vergangene Woche vor der Richterin.

"Keine x-beliebige Bauernkatze"

Und was geschah dann? Der Installateur ist "widerwillig zurückgekommen, er hat die tote Katze in eine Schachtel gepackt, mitgenommen und begraben. Aber den Platz, wo er sie totgefahren hat und Blut war, hat er nicht geputzt". Das ist aber nicht der Grund, weshalb die Frau vor Gericht gezogen ist.

Sondern: "Ich wollte die gleiche Katze ersetzt haben, das hat der gute Mann nicht kapiert". Stattdessen schickte er tags darauf seine Ehefrau mit einer "grau-schwarzen Tigerkatze, die einen krummen Schwanz hatte" zu der Bäuerin. Aber die wollte "keine x-beliebige Bauernkatze, sondern eine Zuchtkatze". Und da sie diese nicht bekam, zog die Frau vor Gericht.

500 Euro Schadenersatz für die tote "Milli" verlangt sie. Und da Millis Bruder nachträglich "krepiert" ist, dehnte die Bio-Bäuerin das Klagebegehren um zusätzliche 500 Euro Trauerschmerzensgeld aus. Der Prozess geht Ende Februar weiter, da soll unter anderem ein Zimmermann in den Zeugenstand, der gesehen haben soll, wie der Installateur die rote Katze mit seinem Pkw überrollt hat.